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Ermittlungen laufen

Tesla-Unfall beschäftigt Frankreich

15.12.2021
, 02:06
In Paris gab es bisher viele Tesla-Taxis. Bild: Reuters
Bei einem Unfall mit einem Model 3 stirbt ein Mann, 20 weitere Menschen werden verletzt. Ein Pariser Taxiunternehmen zieht „vorsorglich“ alle Fahrzeuge dieses Typs aus dem Verkehr.

Einige Spuren der Verwüstung sind auch vier Tage danach noch sichtbar. Am Samstagabend war es im 13. Bezirk von Paris zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen, bei dem der Fahrer eines Tesla Model 3 an einer Kreuzung die Kontrolle über sein Auto verlor und mit Fußgängern und mehreren anderen Fahrzeugen zusammenstieß. Ein Mensch kam dabei ums Leben, 20 weitere wurden verletzt, drei davon nach aktuellem Stand der Staatsanwaltschaft lebensgefährlich. Neben einer Ampel wurden ein Baum, eine Vorrichtung für Leihräder und ein Glasbehälter verwüstet, der daraufhin explodierte. Unglaubliche Szenen hätten sich abgespielt, berichtet der Kellner im angrenzenden Café „Le Central“ der F.A.Z.

Die Unfallursache ist bislang unklar. Die Behörden ermitteln wegen Totschlags. Die Diskussion in den Medien allerdings nahm rasch Fahrt auf, ungeachtet gesicherter Erkenntnisse. So teilte der Bezirksbürgermeister Jérôme Coumet sogleich mit, dass es sich wohl um einen technischen Defekt gehandelt habe. Schließlich sei das Fahrzeug mit mehr als 100 Kilometer pro Stunde in die Kreuzung gerast. „Die ersten Elemente der Untersuchung deuteten darauf hin, dass das Gaspedal stecken geblieben wäre“, twitterte Coumet noch am Samstagabend.

37 Autos „vorsorglich“ aus dem Verkehr gezogen

Weil am Steuer des Unfallfahrzeugs ein hauptberuflicher Taxifahrer saß, der privat mit seiner Familie unterwegs war – die genauso wie er unverletzt blieb –, fühlte sich auch sein Arbeitgeber auf den Plan gerufen, das Pariser Taxiunternehmen G7. Es teilte am Dienstag mit, alle 37 in seiner Flotte befindlichen Tesla Model 3 „vorsorglich“ von der Straße zu nehmen. Die betroffenen Fahrer erhielten einen Ausgleich für ihren Einkommensverlust. Die 50 Fahrzeuge des Tesla Model S in der Flotte blieben davon unberührt, versichert ein Sprecher der Taxigesellschaft, der zugleich darauf verwies, dass der Unfallverursacher nach bisherigem Stand nicht unter Drogeneinfluss stand.

Am Mittwoch erreichte die Diskussion die französische Politik. Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari verwies im Radio auf die Aussage von Tesla, wonach „zu diesem Zeitpunkt“ kein technischer Defekt am Unfallfahrzeug festzustellen sei; das amerikanische Unternehmen versicherte, mit den Behörden zu kooperieren. Djebbari zufolge sei bei rund 70.000 in Europa zugelassenen Model-3-Fahrzeugen kein vergleichbares Vorkommnis bekannt. Auch Frankreichs oberster Regierungssprecher Gabriel Attal äußerte sich am Mittwoch zu dem Unfall und bestätigte die Einschätzung des Ministers.

Tesla ist in den vergangenen Jahren vor allem auf dem amerikanischen Heimatmarkt wiederholt wegen Unfällen in Erklärungsnot geraten, die mit dem Fahrassistenzsystem „Autopilot“ in Verbindung gebracht wurden – das in Paris allerdings nicht zum Einsatz kam. Einer der ersten geschah 2016, als ein Fahrer eines Model S starb, nachdem sein Auto mit einem Lastzug zusammengestoßen war.

Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht insgesamt 30 Unfälle mit zehn Todesopfern. Separat davon hat sie im August Ermittlungen zu knapp einem Dutzend Unfällen gestartet, bei denen Autos von Tesla trotz eingeschaltetem Fahrassistenten auf Einsatzfahrzeuge der Polizei oder der Feuerwehr prallten. Das geschah oft in der Dunkelheit, und die Einsatzautos hatten ihre Warnlichter an.

Kritiker haben Tesla vorgeworfen, das „Autopilot“-System verführe Fahrer, sich in falscher Sicherheit zu wiegen und ablenken zu lassen, allein schon wegen seines Namens. Das Unternehmen hat die Technologie oft verteidigt und gesagt, sie mache den Straßenverkehr sicherer. Es weist seine Kunden auch darauf hin, bei aktiviertem „Autopiloten“ das Geschehen auf der Straße weiter aufmerksam zu verfolgen.

Quelle: lid./niza.
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