FAZ plus ArtikelKrisengewinnler Hapag-Lloyd

Das Geld fließt wie gedruckt

EIN KOMMENTAR Von Susanne Preuß
11.08.2022
, 09:51
Ein Container-Schiff von Hapag Lloyd
Im vergangenen Jahr zahlte die Reederei nur 61 Millionen Euro Steuern, zahlte aber mehr als 6 Milliarden Euro Dividende aus. Dieses Jahr wird alles noch viel verrückter.
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So sperrig das Wort „Übergewinnsteuer“ ist, so sehr hat es schon die Alltagsdebatten erfasst. Sollen doch die Ölkonzerne wenigstens ordentlich Steuern zahlen, wenn sie die Pendler schon an der Tankstelle abzocken, lautet eine weit verbreitete Meinung zu dem Thema. Aber so einfach ist die Sache nicht. Gehören die Impfstoff-Profiteure auch zu den Bösen? Und wie halten wir es mit den Reedereien? Fast unbemerkt ist in der Schifffahrt nämlich eine private Gelddruckmaschine entstanden.

Die Hamburger Schifffahrtslinie Hapag-Lloyd hat im ersten Quartal eine Umsatzrendite von 52 Prozent erzielt und gerade die Prognose fürs Gesamtjahr nochmal kräftig angehoben. Der Gewinn könnte jetzt bis zu 18 Milliarden Euro erreichen, lautet die Erwartung. Das wäre fast das Doppelte des Vorjahres, ohne dass sich die Transportleistung groß verändert hat. Und: Das wäre pro Mitarbeiter ein Gewinn von deutlich mehr als einer Million Euro. Ein klarer Fall also für die Übergewinnsteuer? Bei näherer Betrachtung eher eine Warnung vor Sonderregelungen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Preuss, Susanne
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.
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