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Überraschender Rücktritt

Der ewige Disney-Chef geht

Von Roland Lindner, New York
Aktualisiert am 25.02.2020
 - 23:22
Nun nicht mehr Disney-Chef: Bob Iger bei einer Pressekonferenz im September 2019.
Bob Iger gibt den Vorstandsvorsitz nun doch früher als erwartet ab. Disney steht solide da – aber Iger wurde zuletzt auch kritisiert.

Lange schien es, Bob Iger könne nicht von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender von Walt Disney lassen. Er trat den Posten 2005 an, und ursprünglich hatte es einmal geheißen, er solle 2015 zurücktreten. Dann aber wurde sein Vertrag ein ums andere Mal verlängert, zuletzt vor rund zwei Jahren bis zum Dezember 2021. Nun aber geht er doch schon deutlich früher. Am Dienstag nach Börsenschluss kündigte der amerikanische Unterhaltungsgigant an, Iger werde den Vorstandsvorsitz mit sofortiger Wirkung niederlegen. Zu seinem Nachfolger wurde Bob Chapek ernannt, der bislang das Geschäft mit Freizeitparks und Lizenzprodukten geführt hat. Iger selbst soll Disney trotzdem noch bis Ende nächsten Jahres verbunden bleiben, als Vorsitzender des Verwaltungsrats und eine Art Kreativchef.

Auch wenn Iger nun sehr lange im Amt war, kam der Zeitpunkt jetzt doch etwas überraschend. Der 69 Jahre alte Manager sagte in einer Mitteilung, nach der erfolgreichen Einführung neuer Videodienste wie der Plattform „Disney+“ sowie der Integration des im vergangenen Jahr zugekauften Wettbewerbers 21st Century Fox sei nun „die optimale Zeit“ für einen neuen Vorstandschef. Disney+ ist ein Konkurrenzangebot zu Netflix und startete im November, in Deutschland soll der Dienst vom 24. März an verfügbar sein. Disney schlägt sich mit der Plattform bislang gut und hat nach eigenen Angaben mehr als 28 Millionen Abonnenten gewonnen.

Zielscheibe öffentlicher Kritik

Insgesamt gilt Igers Amtszeit als Erfolg. Als er 2005 an die Spitze rückte, machte der Konzern turbulente Zeiten durch. Er war kurz zuvor Ziel eines am Ende erfolglosen feindlichen Übernahmeversuchs durch den Wettbewerber Comcast geworden, und in seiner einst so ruhmreichen Zeichentricksparte hatte er eine Reihe von Flops hinter sich. Iger stärkte Disney mit einer Reihe von teuren, aber geschickten Akquisitionen, die wohl das maßgebliche Vermächtnis seiner Amtszeit sein dürften. Er kaufte den Zeichentrickspezialisten Pixar, den Comic- und Filmproduzenten Marvel, das „Star Wars“-Studio Lucasfilm und zuletzt 21st Century Fox, was die mit Abstand teuerste Übernahme war. Disney steht heute wirtschaftlich solide da, die Aktie kostet heute rund fünf Mal so viel wie bei Igers Antritt.

Allerdings wurde der Manager im vergangenen Jahr auch zur Zielscheibe sehr öffentlichkeitswirksamer Kritik, als Abigail Disney, die Großnichte des Unternehmensgründers Walt Disney, ihn wegen seines Gehalts attackierte. In einem Zeitungsbeitrag nannte sie Igers jüngstes Gehaltspaket, das einen Wert von 65 Millionen Dollar hatte, eine „nackte Unanständigkeit“.

Igers Nachfolger Bob Chapek ist ein Disney-Veteran und schon seit 1993 im Unternehmen. Das Geschäft mit den Disney-Parks und Lizenzprodukten, für das er bislang verantwortlich war, ist gemessen am Umsatz die größte Unternehmenssparte. Zuvor hatte er auch führende Rollen in anderen Disney-Segmenten, zum Beispiel den Filmstudios. Er hat nicht nur Betriebswirtschaft studiert, sondern auch einen Abschluss in Mikrobiologie.

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Neue Disney-Konzern-Spitze
Bob Iger als CEO zurückgetreten

Quelle: F.A.Z.
Autorenportät / Lindner, Roland
Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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