Umsatz wächst

Wirtschaftsprüfung BDO greift Großprüfer an

Von Mark Fehr
25.05.2022
, 10:21
Starke Marke: Unternehmen aus dem Börsen-Leitindex Dax sind begehrte Kunden für Prüfungs- und Beratungsgesellschaften wie BDO.
Trotz der Corona-Krise hat der Umsatz von BDO erstmals die Marke von 300 Millionen Euro durchbrochen. Auch künftig will das Unternehmen der großen Konkurrenz den einen oder anderen lukrativen Auftrag von Dax-Unternehmen abjagen.
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Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen BDO hat trotz der Corona-Krise erstmals Einnahmen über der Marke von 300 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz wuchs im Geschäftsjahr 2020/2021 um 6,6 Prozent auf 304 Millionen Euro. BDO verfolgt als fünftgrößter Marktteilnehmer in Deutschland hinter den vier größten Prüfungskonzernen PWC, KPMG, EY und Deloitte einen ehrgeizigen Wachstumskurs und hat sein Profil dadurch geschärft, den Auftrag für die Prüfung des Dax-Unternehmens SAP gewonnen zu haben.

BDO-Chef Holger Otte bekräftigte in einem Pressegespräch am Dienstag, auch noch ein weiteres Mandat aus dem Leitindex Dax gewinnen zu wollen. Otte bezeichnete BDO als Prüfungs- und Beratungsgesellschaft mit einem starken Fokus auf die Abschlussprüfung und hob die Bedeutung des internationalen BDO-Netzwerks hervor, zu dem sein Unternehmen gehört. Fast die Hälfte der BDO-Mandanten hat laut Otte Bezug zum Ausland, und ohne ein globales Netzwerk wie bei BDO könnten internationale Kunden nicht adäquat bedient werden.

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Wettbewerbsfaktor Software

Trotz des Ukraine-Kriegs und der starken Inflation sieht Otte gute Voraussetzungen für BDO, auch im neuen Geschäftsjahr weiter zu wachsen. Die jüngsten Mandatsgewinne in Form des Dax-Werts SAP, des Lebensmittelkonzerns Theo Müller oder der deutschen Tochter der Wall-Street-Bank JP Morgan seien in den aktuell gemeldeten Zahlen noch gar nicht enthalten, weil sie sich erst später auf Umsatz und Gewinne auswirkten. Ein Wettbewerbsvorteil von BDO bestehe darin, dass das Netzwerk über eine integrierte digitale Prüfungssoftware verfüge, was in der Branche sonst nur bei den vier Großprüfern üblich sei. Das Werkzeug ermögliche es den Wirtschaftsprüfern von BDO, mit ihren Kollegen in ausländischen Mitgliedsunternehmen zu kommunizieren und auf die Prüfungsunterlagen aller internationalen Töchter eines zu prüfenden Konzerns zuzugreifen. Diese Ausrüstung war laut Otte eine wichtige Voraussetzung dafür, den Auftrag für die Prüfung von SAP gewonnen zu haben.

BDO hat auch die Dienstleistungen für Familienunternehmen ausgeweitet, von denen laut Vorständin Andrea Bruckner viele über sehr komplexe und internationale Strukturen verfügen. Die Umsätze von BDO sind in allen Geschäftsbereichen gewachsen, auch im Segment der Wirtschaftsprüfung. Der Anstieg der Prüfumsätze um 5 Prozent auf 129 Millionen Euro betrifft laut Bruckner vor allem große Familienunternehmen und börsennotierte Unternehmen. Ebenfalls zum Wachstum beigetragen hat der Bedarf an Prüfung und Beratung rund um die an nachhaltigen Kriterien ausgerichtete Unternehmensführung.

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Der Umsatz aus dem Geschäftsbereich Steuer- und Rechtsberatung ist sogar um mehr als 9 Prozent auf 128 Millionen Euro gestiegen. BDO-Vorstand Parwäz Rafiqpoor verzeichnete eine deutlich höhere Nachfrage nach Steuerberatung von großen Familienunternehmen und börsennotierten Unternehmen.

Weniger stark fiel das Wachstum von Beratungsleistungen aus. Hier stiegen die Umsätze angesichts der Zurückhaltung in der Wirtschaft im zweiten Corona-Jahr um nur 3,6 Prozent auf 46 Millionen Euro. Ein sehr starkes Geschäft mit der Beratung von M&A-Transaktionen konnte den Umsatzrückgang anderer Beratungsdienste überkompensieren. Auch das globale BDO-Netzwerk konnte seinen Gesamtumsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr steigern – um 10,8 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar.

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Korrekturhinweis: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikel hieß es, das Geschäft mit der Beratung rund um M&A-Transaktionen sei um 3,6 Prozent auf 46 Millionen Euro gewachsen. Richtig ist, dass das Geschäft mit Beratungsleistungen insgesamt um 3,6 Prozent auf 46 Millionen Euro gewachsen ist, und dass die M&A-Beratung dabei ein Treiber war.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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