<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Diess an der Spitze von VW

Neuer Chef, aber keine neue Strategie

 - 11:35

Der neue VW-Chef Herbert Diess will den größten Autokonzern der Welt mit einer neuen Führungsstruktur auf Trab bringen. Er wolle die schon beschlossene Strategie nicht ändern, Volkswagen müsse aber in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld sein Tempo erhöhen, erklärte Diess am Freitag in Wolfsburg. „Es geht um eine Weiterentwicklung und keine Revolution“, machte er deutlich. Das Management wolle künftig schneller entscheiden, der Konzern durch die Aufteilung in sechs Geschäftssegmente agiler werden. Er wolle „auf einen losen Verband von Schiffen“ setzen statt auf einen Tanker, beschrieb Diess seine Idee. „Unser Ziel ist, Volkswagen in Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zu einem der führenden in der Industrie zu machen.“

Diess löst an der Spitze des Wolfsburger Konzerns nach gerade zweieinhalb Jahren Matthias Müller ab. Dieser hatte den Autobauer nach dem Sturz seines Vorgängers Martin Winterkorn über den Dieselskandal im September 2015 aus der Krise geführt. Müller habe die Grundlage für die Neuausrichtung gelegt, erklärte Diess. „Wir haben die Dieselkrise in weiten Teilen hinter uns gelassen“, sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. „Volkswagen ist operativ und strategisch robuster als jemals zuvor.“ Das sei nicht zuletzt auch Müllers Verdienst.

Video starten

Herbert Diess
Neuer Chef will Volkswagen-Konzern agiler machen

Nur Audi ist Premium

Der Multimarken-Konzern wird künftig in sechs Geschäftsfelder gegliedert, die Region China daneben separat geführt. Die acht Pkw-Marken werden in drei Gruppen gebündelt: Volumen (VW samt Transportern, Seat und Skoda), Premium (Audi) und Superpremium (Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini). Die Nutzfahrzeugmarken MAN und Scania werden für einen Börsengang vorbereitet.

Die Chefs der Markengruppen – Diess für Volumen, Audi-Chef Rupert Stadler für Premium und Porsche-Chef Oliver Blume für die Superpremiumgruppe – werden zugleich Konzernressorts führen. Diess übernimmt auch Forschung und Entwicklung, er wird durch einen operativen Chef für das Tagesgeschäft der Marke VW unterstützt. Dieser Posten soll in naher Zukunft besetzt werden. Stadler wird Konzernvertriebschef, Blume die Produktion auf Konzernebene steuern.

Mit dem größten Umbau in der 80-jährigen Firmengeschichte geht ein Stühlerücken im Vorstand einher. Der langjährige Einkaufschef Francisco Garcia Sanz scheide auf eigenen Wunsch aus. Wichtiger ist der Wechsel des Personalvorstands: Nach nur zwei Jahren wird Karlheinz Blessing von Gunnar Kilian ersetzt, dem bisherigen Geschäftsführer des Konzernbetriebsrats und Vertrauten des mächtigen Betriebsratschefs Bernd Osterloh. Dieser erklärte in einem Brief an die Beschäftigten, der Führungsumbau habe die „volle Unterstützung“ der Arbeitnehmerseite. Osterloh räumte ein, dass es zwischen Betriebsrat und VW-Markenchef Diess vor etwa einem Jahr bei der Umsetzung des Zukunftspaktes Auseinandersetzungen gegeben habe. „Wie aber auch bekannt ist, ist dieser Umstand längst ausgeräumt.“

Quelle: ala./Reuters
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenHerbert DiessVolkswagenReutersWolfsburg