Hauptversammlung

VW-Chef Diess: „Blockbildung kann nicht unsere Antwort sein“

12.05.2022
, 12:34
Volkswagen-Chef Herbert Diess
Die Hoffnung, den Krieg mit harten Sanktionen schnell zu beenden, habe sich nicht erfüllt, sagt der VW-Chef auf der Hauptversammlung. Optimistischer ist er bezüglich der E-Autos – die sollen bald so profitabel sein wie Verbrenner.
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Volkswagen will beim Verkauf von Elektroautos schon bald so profitabel sein wie im Geschäft mit Verbrennern. „Wir gehen davon aus, dass das Geschäft mit der E-Mobilität schon früher als geplant so profitabel sein wird wie unser Verbrennergeschäft“, sagte Konzernchef Herbert Diess am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung. Grund sei, dass der Konzern sein Baukastensystem mit immer mehr Fahrzeugmodellen ausrolle, immer mehr Fabriken auf die Produktion von E-Autos umgerüstet würden und die Plattform-Technologie auch an Wettbewerber wie Ford verkauft werde. Bisher ging Volkswagen davon aus, in zwei bis drei Jahren mit E-Autos so viel zu verdienen wie mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren.

Angesichts des Krieges in der Ukraine und des Lockdowns in Chinas Wirtschaftmetropole Shanghai ziehen für die Konjunktur jedoch dunkle Wolken auf. Diess erklärte, Volkswagen sei in der Lage, Krisen zu bewältigen. „Durch gutes Krisenmanagement sind wir finanziell robust aufgestellt und haben unsere Widerstandskraft gestärkt.“ Auch 2022 werde das Management den Umbau vorantreiben, trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen.

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Normalisierung der Versorgungssituation

Diess hat eine leichte Entspannung der zusätzlichen Lieferprobleme wegen des Ukraine-Kriegs angedeutet – der Konflikt dürfte nach seiner Einschätzung aber nicht so rasch aufhören. „Wir gehen davon aus, dass sich die Versorgungssituation auch bei einem länger anhaltenden Krieg normalisieren wird“, sagte der Manager von Europas größtem Autokonzern. Doch die bisher gegen Russland verhängten wirtschaftlichen Strafmaßnahmen zeigten noch nicht die geplante Wirkung: „Die Hoffnung, den Krieg mit harten Sanktionen schnell zu beenden, hat sich nicht erfüllt.“

Der Vorstandschef warnte unabhängig davon vor einer dauerhaften Abschottung der Russischen Föderation oder anderer Regionen. „Der frühzeitige Abgesang auf das Modell "Wandel durch Handel" greift zu kurz. Blockbildung kann nicht unsere Antwort sein.“ Globale Probleme wie die „Klimakatastrophe“ ließen sich nur gemeinsam lösen.

Neben den Engpässen in der Belieferung mit dringend benötigten Mikrochips trafen seit Kriegsbeginn die Konsequenzen weiterer gerissener Lieferketten die Branche. Dazu zählten vor allem fehlende Kabelbäume, die Zulieferer in der Ukraine herstellen. „Die Produktionsausfälle in Europa konnten wir weitgehend ausgleichen“, sagte Diess. Volkswagen erweiterte dafür unter anderem die Fertigung in Südamerika und China - das ist aber keine Langfrist-Lösung.

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Elektrische SUVs und Pick-ups in Planung

Volkswagen hatte am Vorabend der Hauptversammlung angekündigt, in den USA in das lukrative Geschäft mit Pick-ups und geländegängigen SUVs einzusteigen und bringt dazu zwei rein elektrische Modelle an den Start. Der Aufsichtsrat gab dazu am Mittwoch grünes Licht, die US-Traditionsmarke „Scout“ wiederzubeleben. Die Serienproduktion soll 2026 anlaufen. Finanzielle Details nannte der Autokonzern nicht.

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Reuters hatte zuvor aus Unternehmenskreisen erfahren, der Aufsichtsrat werde voraussichtlich 100 Millionen Euro freigeben, um die Marke aufzubauen. Später sollten weitere Mittel folgen, für deren Finanzierung auch externe Investoren gewonnen werden sollten. Ein späterer Börsengang dieser Aktivitäten sei nicht ausgeschlossen. Auch ein neues Werk sei im Gespräch.

Quelle: Reuters/dpa
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