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VW verfehlt seine Ziele in China

Von Hendrik Ankenbrand
03.12.2021
, 07:52
Hartes Pflaster: Volkswagen-Showroom in Chengdu in der Provinz Sichuan
Benziner und E-Autos verkaufen sich im wichtigsten Markt nicht wie geplant. Das verantwortet der Konzernchef selbst und verringert direkt die Prognose um bis zu zwanzig Prozent. VW kämpft vor allem mit einheimischen Herstellern.
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In China werde Volkswagen „langsam, aber sicher abgehängt“, musste sich Herbert Diess diese Woche anhören – von den eigenen Mitarbeitern, die dem im Betriebsrestaurant „Oase“ sitzenden Vorstandschef im Intranet Fragen stellen durften. Tatsächlich wird VW seine Absatzziele auf dem Markt, an dem das Schicksal des Konzerns hängt, in diesem Jahr klar verfehlen. Doch das Gute an Zielen ist, dass man sie einfach heruntersetzen kann, wenn abzusehen ist, dass es nicht reicht. VW sei in China „nicht abgehängt“, sondern werde dort bis Jahresende 70.000 bis 80.000 Elektroautos aus seiner neuen ID-Familie verkaufen, sagte Diess, der im Vorstand allein zuständig ist für das Geschäft in dem Land, in dem VW 40 Prozent seiner Fahrzeuge verkauft. Dabei hatte VW bis vor Kurzem stets beteuert, 2021 zwischen 80.000 und 100.000 ID-Autos in China abzusetzen. Nun hat Diess das Verkaufsziel ganz beiläufig um bis zu ein Fünftel reduziert. Ein Sprecher schiebt gegenüber der F.A.Z. die Schuld auf den Mangel an Halbleitern. Im kommenden Jahr, wenn die Chipversorgung stabiler sei, wolle man den Absatz auf 160.000 bis 200.000 in China steigern.

Das ändert freilich nichts daran, dass der wegen des von ihm geplanten massiven Arbeitsplatzabbaus in der Wolfsburger Zentrale umstrittene VW-Chef auch wegen des von ihm verantworteten China-Geschäfts heftig in der Kritik steht. Dort soll schließlich das Geld verdient werden für den von Diess geforderten Konzernumbau zum künftigen Tesla-Konkurrenten. Doch weil VW schlechter als andere auf den Mangel an Halbleitern vorbereitet war und in China neuerdings Fahrzeuge nur noch auf Bestellung produziert, verlieren die Wolfsburger auf dem mit Abstand weltgrößten Markt rasch Anteile.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Ankenbrand, Hendrik
Hendrik Ankenbrand
Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
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