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6 Prozent bis 2022

So will VW seine Rendite steigern

Von Carsten Germis, Wolfsburg
 - 13:09

Die Kernmarke VW will ihre Ertragskraft in den kommenden drei Jahren deutlich erhöhen. Wie der operative Chef der Marke, Ralf Brandstätter, am Donnerstag in Wolfsburg sagte, will VW schon im Jahr 2022 eine operative Rendite von sechs Prozent erreichen. „Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werden.“

Um dieses Ziel zu erreichen, muss Volkswagen die Kosten stärker senken als geplant. Bis Ende dieses Jahres seien mit dem Zukunftspakt zwischen Unternehmen und Betriebsrat Kostenentlastungen von etwa 2,2 Milliarden Euro erreicht. 3 Milliarden Euro sollen es bis zum Jahr 2020 sein. „Das bislang erreichte genügt noch nicht“, sagte Brandstätter. Bislang sollte das Renditeziel von sechs Prozent erst im Jahr 2025 erreicht werden. Zuletzt lag die Ertragskraft bei vier Prozent.

Wegen der Probleme bei der Umstellung auf die strengeren Abgasregeln (WLTP), höheren Vertriebskosten und Vorleistungen für neue Elektroautos hatte VW erst kürzlich sein Gewinnziel für 2018 gesenkt. Das Sparprogramm sei auch notwendig, um die Investitionen in die Wende zur Elektromobilität zu finanzieren, heiß es.

Bis zum Jahr 2023 will die Hauptmarke des weltgrößten Autokonzerns mehr als elf Milliarden Euro in E-Mobilität, Digitalisierung, autonomes Fahren und neue Mobilitätsdienste stecken. Davon sollen allein in die Elektrifizierung der Fahrzeuge mehr als neun Milliarden Euro fließen. In Deutschland werden mit Zwickau, Emden und Hannover drei Standorte auf den Bau von Elektroautos umgerüstet, in China zwei. In den Vereinigten Staaten sucht Volkswagen noch nach einem Standort.

VOLKSWAGEN VZ

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Um die gewaltigen Investitionen zu stemmen, will VW die Kosten stärker senken als bisher geplant. Brandstätter sagte, Kosten sollten unter anderem gesenkt werden, in dem das Baukastensystem des Konzerns auf mehr Fahrzeugmodelle ausgeweitet wird. Zudem streicht VW im kommenden Modelljahr in Europa ein Viertel der Motor- und Getriebevarianten aus seinem Angebot. Die Produktivität der Werke soll außerdem bis zum Jahr 2025 um rund 30 Prozent gesteigert werden.

Gegenüber heute würden die Fabrikkosten und Investitionen um 1,5 Milliarden Euro reduziert. 2015 hat VW etwa 20 Prozent seiner Modelle auf der Basis seines Modularen Querbaukastens produziert, in diesem Jahr waren es rund 60 Prozent, 2020 sollen es rund 80 Prozent sein. Auch das soll spürbare Einsparungen bringen.

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Auch Personal wird abgebaut. Genaue Zahlen sagte Brandstätter noch nicht. Darüber liefen noch Gespräche mit dem Betriebsrat. Vor allem in der Verwaltung sieht VW auch wegen der Digitalisierung Möglichkeiten, mit weniger Mitarbeitern auszukommen.

Finanzvorstand Arno Antlitz berichtete, dass die Marke VW ihren Umsatz in den ersten neun Monaten 2018 auf 62,5 Milliarden Euro erhöht habe. Das operative Ergebnis von 2,3 Milliarden Euro in diesem Zeitraum entspreche einer operativen Marge von 3,7 Prozent. Er bezeichnete die 6 Prozent, die notwendig seien um die notwendigen Investitionen zu bewältigen, als ambitioniert. Die 6 Prozent „werden uns schon erheblich fordern“, sagte er. VW-Konzernchef Herbert Diess hat bereits eine Rendite von 7 bis 8 Prozent ins Gespräch gebracht.

Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Kernmarke VW es trotz massiver Probleme in der Umstellung auf den neuen Prüfmodus WLTP schaffen kann, in diesem Jahr mehr Autos auszuliefern als im Vorjahr. „Es wird nun vom Dezember abhängen, wie wir das Gesamtjahr abschließen“, sagte Stackmann. Es fehlten noch rund 530.000 Auslieferungen, um das Rekordergebnis von 2017 einzustellen. „Nach meiner aktuellen Einschätzung könnten wir das schaffen, vielleicht sogar noch leicht darüber“, sagte Stackmann. Die Marke VW hat bislang 5,7 Millionen Autos auf der Welt ausgeliefert hat – 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: FAZ.NET
Carsten Germis
Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
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