Bayer-Vorstandschef

Baumanns Triumph

EIN KOMMENTAR Von Jonas Jansen
28.04.2020
, 18:22
Werner Baumann auf der ersten Online-Hauptversammlung
Der Bayer-Chef war nach der verweigerten Entlastung lange angeschlagen. Auch der Streit um Glyphosat hat dabei nicht geholfen. Nun ist seine Position aber stärker denn je.
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Noch vor wenigen Monaten war die Zukunft von Werner Baumann unklar. Die verweigerte Entlastung auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr lastete schwer auf dem Vorstandsvorsitzenden von Bayer. Und mit jedem neuen Kläger in den Vereinigten Staaten im Glyphosat-Streit schien Baumanns Position noch schwächer zu werden. Ein abermaliges Abstrafen hätte seinen Rücktritt bedeutet, so viel ist sicher. Doch nun sitzt Baumann fester im Sattel denn je.

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Denn der Vorstand des Pharma- und Agrarchemiekonzerns ist auf der Hauptversammlung mit knapp 93 Prozent entlastet worden. Das ist ein deutlicher Vertrauensbeweis der Aktionäre für Baumann. Dabei hat sich die Kritik an der Übernahme des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto nicht erledigt. Durch die Corona-Krise ist ein milliardenschwerer Vergleich sogar wieder in weitere Ferne gerückt.

Doch die Aktionäre würdigen den Umgang des Bayer-Chefs mit der Kritik, das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten einiges für seine angeschlagene Reputation getan. Dabei geholfen hat auch das Virus, denn plötzlich sind die Gesundheit und Ernährung in der öffentlichen Wahrnehmung viel präsenter. Bayers starke Position macht in diesen Tagen den Unterschied.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Jansen Jonas
Jonas Jansen
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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