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FAZ plus ArtikelFirmenübernahmen 2019

Viel verkauft – wenig eingenommen

Von Georg Giersberg
 - 16:31
Für 3,6 Milliarden Euro: Die österreichische Firma ASM kaufte den Lampenhersteller Osram.

Die erwartete Katastrophe ist ausgeblieben. Zur Jahresmitte flossen die Krokodilstränen auf dem Markt für Übernahmen und Beteiligungen. „Fusionen und Übernahmen von und mit deutschen Unternehmen brechen ein“, meldete das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim noch Ende Oktober. Man berief sich auf einen berechneten Index, der im April auf einen historischen Tiefstand gesunken war. Aber nach Ansicht von Florian von Alten, Managing Partner der auf Übernahmen im gehobenen Mittelstand spezialisierten Beratungsgesellschaft Oaklins Angermann aus Hamburg, war das erste Halbjahr besser als sein Ruf. „Nachdem die einschlägigen Datenbanken für den Übernahmemarkt für das erste Halbjahr 152 Transaktionen nachgemeldet hatten, war das Vorjahresniveau zumindest bei der Zahl der Transaktionen fast wieder erreicht“, sagt von Alten. Und auch das zweite Halbjahr sieht nicht schlecht aus. Bis Anfang Dezember lag man bei minus 7 Prozent. Bis zum Jahresende dürfte die Lücke weiter schrumpfen.

Die Menge war da – aber das Volumen nicht. Für Beteiligungen (ab 10 Prozent aufwärts) und Übernahmen mit deutscher Beteiligung auf Käufer- oder Verkäuferseite wurden in diesem Jahr nur knapp 150 Milliarden Euro ausgegeben gegenüber 255 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Differenz beruht zwar auch auf leicht rückläufigen Preisen, vor allem aber speist sie sich aus dem Ausbleiben großer Megaübernahmen. 2018 kamen vier Megaübernahmen (Eon kaufte Innogy, Hochtief die spanische Abertis, T-Mobile US Sprint und Vodafone die deutsche Unitymedia) zusammen auf ein Transaktionsvolumen von etwa 100 Milliarden Euro.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Giersberg, Georg
Georg Giersberg
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.
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