FAZ plus ArtikelNach Wirecard-Skandal

Wird der Prüfer bald zugeteilt?

Von Georg Giersberg
Aktualisiert am 11.08.2020
 - 22:41
Die Fäden müssen durchtrennt werden.
Noch wählen und bezahlen Unternehmen ihre Wirtschaftsprüfer selbst. Nach dem Skandal um Wirecard muss sich die Branche jedoch der Kritik stellen und Reformen zulassen.

Die Unzufriedenheit mit der bisherigen Form der Wirtschaftsprüfung wächst. Vor allem aus der Branche und ihrer akademischen Vertretung kommen zunehmend Kritik am jetzigen System und Vorschläge, was man besser machen könnte. „Das Kernproblem liegt bei der Prüferbestellung und Honorierung durch das geprüfte Unternehmen“, sagt Joachim Hennrichs. Hennrichs ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Bilanz- und Steuerrecht der Universität Köln und Sprecher des AKBR (Arbeitskreis Bilanzrecht Hochschullehrer Rechtswissenschaft), in dem 20 Hochschullehrer organisiert sind.

„Die Bestellung des Prüfers durch das geprüfte Unternehmen schafft unweigerlich Abhängigkeiten. Die Gefährdung der Unabhängigkeit beginnt nicht erst bei Beratungsleistungen neben Prüfungsleistungen, sondern bereits bei den vom geprüften Unternehmen beauftragten und honorierten Prüfungsleistungen selbst“, fügt Hennrichs hinzu. Aber an diese „heilige Kuh“ wolle niemand ran. Der AKBR schlägt etwas zaghaft, aber klar vor: „Es sollte erwogen werden, die Prüferbestellung einer zentralen Stelle zu überantworten.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Giersberg, Georg
Georg Giersberg
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.
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