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„Nicht für alle Lebenslagen“

Wie der BDI-Präsident an seinem Elektroauto verzweifelt

Von Julia Löhr, Berlin
 - 15:54
Der Erfolg des BMW i3 ist mäßig: Milliardengrab ist sein zweiter Vorname

Elektroautos gehört die Zukunft – seit Monaten schallt dieses Mantra von Berlin aus durch die Republik. Kein Wunder, könnte sich damit doch die schier endlose Diskussion über Diesel-Fahrverbote in Luft auflösen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat kürzlich eine Milliarde Euro bereitgestellt, um hierzulande eine Batteriezellenfertigung aufzubauen. Die Botschaft der Politik ist klar: Die Wirtschaft soll endlich etwas tun.

Einer, der damit schon angefangen hat, ist Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). Als er auf der jährlichen Pressekonferenz seines Verbands am Donnerstag auf das Thema Elektroautos und die fehlenden Ladesäulen angesprochen wurde, da wurde es schnell persönlich.

Denn Kempf fährt ein Elektroauto, einen BMW i3. Und seitdem er das tut, weiß er ziemlich genau, warum der Großteil der Menschen im Land sich von dieser Technik lieber noch fernhält.

„Kein Auto für alle Lebenslagen“

„Wenn ich in München an einer Ladesäule tanke, muss ich für mindestens sieben Euro Strom holen“, machte Kempf seinem Unmut Luft. „Das lohnt sich aber nur, wenn die Batterie so gut wie leer ist.“ Später erzählte er am Rande der Veranstaltung noch, wie er einmal mit seinem i3 so „mutig“ war, von seinem Heimatort Nürnberg nach München und wieder zurück zu fahren.

Zum Schluss sei er mit Tempo 80 im Windschatten der Lkws getuckert, um – trotz eingebautem Range Extender – nicht liegenzubleiben. Mit dem letzten bisschen Strom habe er es gerade noch so nach Hause geschafft, berichtete Kempf. Entspanntes Fahren geht anders. Ganz abgesehen davon, dass der Nervenkitzel seinen Preis hat: Knapp 40.000 Euro kostet so ein BMW i3 mit Range Extender ohne Extras.

„Ich liebe dieses Auto“, betont Kempf. Aber manchmal verzweifele er daran eben auch. Ohne gefüllten Reservekanister – im Notfall kann ein kleiner Benziner den Generator noch ein paar Kilometer antreiben – traut sich Kempf nach eigener Aussage nicht auf längere Strecken. Erst recht nicht bei kaltem Wetter wie jetzt, wenn die Reichweite noch geringer ist als sonst.

Kempfs Fazit: Ein Elektroauto sei schön und gut, aber sicherlich kein Auto für alle Lebenslagen. „Da lob ich mir doch einen Diesel, mit dem ich theoretisch bis zu 900 Kilometer fahren kann.“

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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