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Wagniskapital für Start-ups

Wo Hessen finanziell nur Mittelmaß ist

Von Falk Heunemann
 - 22:06

Wenn sich jemand im Internet den ganzen Frust von der Seele tippt, nennt man das einen „Rant“, und einen solchen hat kürzlich der Lizza-Gründer Matthias Kramer veröffentlicht: „W.T.F. ist los mit der Bankenbranche?“ schrieb er, wobei sich die englische Abkürzung W.T.F. am jugendfreisten mit „Was um Himmels Willen“ übersetzen lässt.

Der Anlass für den Rant: Das mit Leinsamen-Pizzas groß gewordene Start-up, das nur zwei Jahre nach seiner Gründung schon 45 Mitarbeiter und einen Umsatz von knapp sechs Millionen Euro hat, bekam von der Hausbank nach monatelangen Verhandlungen keine Finanzierung für eine neue Produktionsstrecke.

Sogar in Thüringen mehr Geld für Gründer

Dass Lizza kein Einzelfall in der Region ist, belegt nun das Start-up-Barometer der Unternehmensberatung EY: Nur 83 Millionen Euro haben hessische Jungunternehmer an Risikokapital im vergangenen Jahr einsammeln können – bei insgesamt 4,3 Milliarden Euro bundesweit. Das ist nicht nur ein Bruchteil dessen, was in Berlin, Bayern oder Hamburg zu bekommen war. Sogar in Thüringen wurde 2017 mehr Geld an Start-ups verteilt.

Selbst im Fintech-Sektor – digitale Innovationen in der Finanzbranche – konnte das Bundesland mit der Bankenhauptstadt Frankfurt nicht in die Spitzengruppe vorstoßen. Nur zehn Millionen Euro wurden in acht Gründer in der Region investiert, in Berlin waren es 300 Millionen, in Hamburg 152 Millionen und in Bayern 43 Millionen. In anderen Branchen ist die Situation noch düsterer. Dabei machen in jüngerer Zeit gerade Start-ups mit kräftigem Wachstum und mit Innovationen von sich reden.

Warum Hessen bei der Gründerfinanzierung so abgeschlagen ist, glaubt Lizza-Gründer Kramer in seinem Rant erklären zu können: „Die hiesigen Banken wissen nicht mit rasch wachsenden Unternehmen umzugehen und sehen keine Notwendigkeit, ihre auf mittelständische Firmen ausgelegten Denkweisen anzupassen.“

Quelle: F.A.Z.
Falk Heunemann
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung und bei dem Wirtschaftsmagazin Metropol.
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