FAZ plus ArtikelGeld für Modernisierung

New York beschließt Amerikas erste Städte-Maut

Von Roland Lindner, New York
02.04.2019
, 07:29
Die Straßen in New York sind stark belastet – das macht sich bemerkbar. Die Einnahmen der Maut sollen die finanzielle Sicherheit bieten, um die Infrastruktur zu modernisieren.
Die Fahrt nach Manhattan wird teurer – zumindest wenn man ein Auto benutzt. Denn New York wird als erste Stadt Amerikas eine Maut für die Innenstadt erheben. Weitere Städte könnten folgen.

„Heute ist ein trauriger Tag für New Yorker.“ Das sagte an einem Apriltag vor elf Jahren Michael Bloomberg, der damalige Bürgermeister der amerikanischen Metropole. Er hatte dafür gekämpft, eine Maut in seiner Stadt einzuführen, aber der Plan scheiterte am Widerstand von Politikern in Albany, dem Sitz des Parlaments im Bundesstaat New York. Vergeblich hatte er argumentiert, die Straßenbenutzungsgebühren würden den Verkehr und die Umweltbelastung reduzieren und seien auch gut für die Wirtschaft.

Mehr als ein Jahrzehnt später geht sein Wunsch doch noch in Erfüllung: Im neuen Haushaltsplan wurde jetzt die Einführung einer Maut beschlossen. New York City wird damit zur ersten großen amerikanischen Stadt mit einer solchen Straßenbenutzungsgebühr. Diesmal wurde das Vorhaben auf breiter Front unterstützt, unter anderem von Gouverneur Andrew Cuomo und auch vom heutigen Bürgermeister Bill de Blasio. Das erklärt sich nicht zuletzt mit der Krise der öffentlichen Verkehrsmittel, die Politiker unter Handlungsdruck gesetzt hat. Die Einnahmen aus der Maut sollen zum großen Teil verwendet werden, um das marode U-Bahn-Netz zu reparieren.

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Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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