FAZ plus ArtikelBidens Wirtschaftspakt

Eine Gefahr für den Freihandel

EIN KOMMENTAR Von Patrick Welter, Tokio
23.05.2022
, 22:18
US-Präsident Joe Biden am Montag mit den Ministerpräsidenten von Japan und Indien.
Der amerikanische Präsident schmiedet einen Wirtschaftspakt im Indo-Pazifik. Die Chancen, dass seine Initiative Durchschlagskraft entwickeln wird, sind indes gering.
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Das Beste, was man über den neuen Indopazifischen Wirtschaftspakt des amerikanischen Präsidenten Joe Biden sagen kann, ist, dass die Vereinigten Staaten damit nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch handelspolitisch ihren Fuß in der Region behalten. Das ist nicht wenig. Aber es ist nicht genug. Das Schlechteste, was man über den Pakt sagen kann, ist, dass er nicht funktionieren wird. Sollte er doch zu bedeutenden Absprachen der vorerst 13 Teilnehmerstaaten führen, gefährdet er den freien Handel in der Region und in der Welt.

Seit Bidens Vorgänger Donald Trump vor fünf Jahren Amerika aus dem Transpazifischen Handelspakt verabschiedete, fehlte Washington als gewichtige Stimme der multilateralen Handelspolitik in Asien. China füllt die Lücke zunehmend aus. Im Januar trat der Freihandelsvertrag RCEP in Kraft, dem neben China 14 Länder angehören, Amerika aber nicht. China hat auch die Mitgliedschaft beantragt im Transpazifischen Handelspakt von 11 Ländern, dem Biden nicht beitreten will, weil er den Zorn der Wähler fürchtet. Als alternatives Angebot legt der Amerikaner nun in Tokio sein Indopazifisches Wirtschaftliches Rahmenwerk vor.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Welter, Patrick
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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