Verdi-Umfrage

Viele Beschäftigte leiden unter der Digitalisierung

03.12.2019
, 15:14
Bringt viele Veränderungen: die Digitalisierung
Immer mehr zu tun in kurzer Zeit: Davon berichten mehr als die Hälfte der Deutschen. Die Digitalisierung führe zu Arbeitsverdichtung und zu einer häufigen Störung der Arbeitsabläufe.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz haben die Qualität der Arbeit für viele Beschäftigte nach einer Umfrage von Verdi eher verschlechtert als verbessert. Die Arbeitnehmer leiden demnach vielfach unter einer höheren Arbeitsintensität und geringeren Handlungsspielräumen, wie das „Innovationsbarometer 2019 - Künstliche Intelligenz“ der Gewerkschaft zeigt, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert.

Zwei von drei Befragten in betroffenen Unternehmen fürchten demnach, dass die Zahl der Arbeitsplätze durch den KI-Einsatz sinken werde. Zudem berichten 52 Prozent der Befragten von einer Zunahme der Arbeitsintensität. 42 Prozent der Befragten sehen häufigere Störungen der Arbeitsabläufe.

Jeder Zweite erkennt eine Zunahme der Transparenz des Arbeits- und Leistungsverhaltens der Beschäftigten. 60 Prozent berichten von einer Verringerung der Handlungs- und Entscheidungsspielräume durch künstliche Intelligenz.

Netzwerktreffen in Erfurt

Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz forderte: „Digitalisierung und künstliche Intelligenz müssen so gestaltet werden, dass sie den Beschäftigten sowie dem Schutz und dem Ausbau der Arbeitnehmerrechte dienen.“ Betrieblichen Mitbestimmungsorgane müssten bei der Einführung von KI-Projekten frühzeitig stärker einbezogen werden.

Ein Austausch zwischen Bundesarbeitsministerium, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, der Deutschen Gesellschaft für Personalführung, der Initiative Neue Qualität der Arbeit und der New Work SE mit kleinen und mittelgroßen Unternehmen über Digitalisierung und Co findet an diesem Dienstag in Erfurt statt: Unter dem Motto „Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt 2025“ treffen sich Vertreter der Organisationen mit Unternehmensvertretern zu einer Diskussionsveranstaltung im Steigerwaldstadion. Die Zukunftswerkstatt soll nach dem Willen des Ministeriums einen Raum des Austausches und des Zuhörens bieten, um Unternehmen mit Impulsen und Netzwerkmöglichkeiten für ihre zukünftige Personalpolitik und Arbeitsorganisation zu stärken.

Quelle: dpa/nab.
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