FAZ plus ArtikelNeues Weingesetz

Krach im Weinberg

Von Bernd Freytag
02.08.2021
, 22:01

              Die Zeit am Rebstock ist vorbei:   Ein Erntehelfer erntet reife Trauben von einer Weinrebe.
Das neue Weingesetz ist beschlossen, der Streit unter den Winzern geht weiter. Die Genossenschaften treten aus dem Deutschen Weinbauverband aus. Es geht auch um die Frage: Was definiert die Qualität?

Ein gutes halbes Jahr ist es jetzt her, dass in Deutschland ein neues Weingesetz beschlossen wurde. Nach jahrelangem vergeblichem Ringen haben sich die Vertreter der Winzer mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium auf eine Neufassung verständigt und so endlich die EU-Vorgaben für eine Neuregelung aus dem Jahr 2009 umgesetzt. Im vergangenen Herbst stimmten Bundestag und Bundesrat zu.

Die erhoffte Befriedung der Weinwirtschaft hat die Neuregelung allerdings nicht gebracht. Im Gegenteil: Das Gesetz ist be­schlossen, aber die Winzer streiten wie die Kesselflicker. Der Deutsche Weinbauverband (DWV) die oberste Standesorgani­sation, steht vor einem Scherbenhaufen. Die Genossenschaften fühlen sich über den Tisch gezogen und sind deswegen ausgetreten. Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) sorgt sich um seine Großen Gewächse und droht, sich „aus dem Prozess auszuklinken“. Die Frage, nach welchen Qualitätskriterien die aus Winzerinnen und Winzern neu gegründeten „Schutzvereinigungen“ vor Ort sicherstellen sollen, dass in ihrer Region das von allen so erhoffte Herkunftsprofil deutlich wird, birgt erhebliches Streitpotential.

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Quelle: F.A.Z.
Bernd Freytag  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Bernd Freytag
Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.
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