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Ankerwährung der Welt

Der Dollar bleibt der Matador

Von Gerald Braunberger, Davos
Aktualisiert am 24.01.2020
 - 11:05
Die IWF-Chefökonomin Gita Gopinath während ihres Auftritts auf dem Weltwirtschaftsforums in Davos
Weder der Euro noch der Renminbi konnten bislang ernsthaft mit der internationalen Leitwährung konkurrieren. Der Euroraum musste erst durch eine Krise hindurch, Chinas Finanzmärkte sind noch nicht so bedeutend wie die amerikanischen.

Die deutliche Zunahme der amerikanischen Staatsverschuldung dürfte zumindest auf absehbare Zeit keine ernsthaften Zweifel an der finanziellen Solidität der Vereinigten Staaten und damit an der Rolle des Dollars als führender Währung in der Welt wecken. Diese Ansicht vertrat die Chefökonomin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gita Gopinath, in einer Veranstaltung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

„Die Nachfrage von internationalen Anlegern nach Kapitalanlagen in den Vereinigten Staaten ist unverändert sehr groß“, sagte Gopinath. „Auch wenn vielen Anlegern die deutlich wachsende Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten bekannt ist, so stellt sich ihnen doch auch die Frage, welche Alternativen es zum Dollar gibt.“

Gopinath sieht derzeit auch keine Chance, dass der Euro den Dollar als führende Währung in der Welt ablösen könnte. „Die Bedeutung von Ankerwährungen zeigt sich ganz besonders in schweren Krisen, wenn sie als Fluchtpunkt für verunsicherte Anleger dienen. Solange nur der geringste Zweifel an der Dauerhaftigkeit der Eurozone besteht, kann der Euro diese Rolle nicht spielen.“

Der Euroraum musste durch eine Krise hindurch

Die Ökonomin räumte ein, dass der Zusammenhalt des Euroraums heute nicht in Frage stehe. Aber man wisse nicht, wie es aussehe, wenn wieder einmal eine Krise ausbreche. Der Währungsraum habe sich einige Jahre vor allem mit sich selbst und ihrem Zusammenhalt befassen müssen, räumte der Finanzminister Portugals und Chef der Eurogruppe, Mario Centeno, ein. „Wir haben diese Phase überwunden und nun kann der Euro auch international eine größere Rolle spielen, sofern wir die Entwicklung der Eurozone voran treiben“, versicherte Centeno, der als wichtige Projekte eine Banken- und Kapitalmarktunion sowie die Schaffung einer sicheren europäischen Kapitalanlage („safe asset“) nannte.

Lange Zeit ist die chinesische Währung als ein möglicher Rivale des Dollars benannt worden, aber erkennbar ist dies bislang nicht. „In den vergangenen Jahren ist der Anteil in Zahlungen mit Renminbi sogar etwas zurückgegangen“, schildete Zhu Ning, Professor a National Institute of Financial Research der Tsinghua University in Peking.

Chinas Finanzmärkte haben noch nicht die Bedeutung der amerikanischen

„Der Dollar ist unangefochten und der Renminbi wird auf lange Zeit nicht in der Lage sein, ihn als führende Währung der Welt abzulösen.“ In China sei das Gefühl verbreitet, man habe in Anbetracht der wirtschaftlichen Bedeutung des Landes zu wenig Einfluss auf das globale Finanzsystem.

Zhu Ning räumte ein, dass die Liberalisierung der chinesischen Finanzmärkte bisher nicht so schnell verlaufen sei wie im Westen erwartet. Gopinath hält das nicht für ein allein China betreffendes Phänomen. „Die früher im Westen verbreitete These, dass vollkommen liberalisierte Finanzmärkte und ein flexibler Wechselkurs eine optimale Kombination darstellten, entspricht nicht der Erfahrung, die viele Schwellen- und Entwicklungsländer in den vergangenen Jahrzehnten gemacht haben“, sagte die Ökonomin.

Gopinath widersprach auch der gelegentlich zu hörenden These, als Ergebnis einer zunehmend multipolaren Welt werde es in einiger Zeit nicht mehr eine führende Währung in der Welt geben, sondern mehrere: „Historisch hat es immer eine Ankerwährung gegeben. Früher war dies das Pfund, heute ist es der Dollar. Für viele kleinere Länder ist es auch vorteilhaft, sich an einer Ankerwährung wie dem Dollar zu orientieren.“

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Braunberger, Gerald
Gerald Braunberger
Herausgeber.
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