Davos

Der Deutsche-Bank-Chef nimmt Reißaus vor Trump

Von Georg Meck
20.01.2020
, 19:11
Das Hotel „Intercontinental“ in Davos: Hier schläft Donald Trump
Der amerikanische Präsident übernachtet bei seinem Davos-Besuch im Hotel „Interconti“. Der Sicherheitsaufwand ist gewaltig. Das verprellt andere.
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Die Hotel-Suche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist eine Kunst für sich. Der Raum ist knapp, der Ansturm groß, entsprechend absurd sind die Preise. Allzu wählerisch darf man da nicht sein. Es sei denn, man ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Donald Trump nächtigt, wie schon bei seinem ersten Besuch in den Bergen vor zwei Jahren, im Hotel „Interconti“, ein ziemlich neuer, ziemlich runder Bau, genannt das „goldene Ei“, am Rande des Ortes gelegen.

Damals schlief auch der Vorstand der Deutschen Bank in dem noblen Haus, was für die Spitzenmanager des Konzerns nur bedingt ein Vergnügen war: Taucht Trump auf, herrscht Ausnahmezustand. Auch in den Schweizer Bergen. Der Sicherheitsaufwand für den Präsidenten ist gewaltig, die Regeln für seine Umgebung rigide. Nähert er sich auch nur seiner Unterkunft, werden dort die Türen verschlossen, Flure gesperrt. Andere Gäste sitzen in der Falle, kommen nicht vor und nicht zurück. Dabei warten doch Termine, Termine, Termine. Die Delegation der Deutschen Bank kann einiges davon erzählen.

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Wohlweislich hat sich Konzernchef Christian Sewing für dieses Jahr deshalb eine andere Herberge gesucht, weitab vom Trump-Zirkus, dafür mitten im Geschehen: Der Vorstandschef und sein Oberaufseher Paul Achleitner nächtigen im Hotel „Belvedere“, dem Zentrum des Geschehens für die diversen Empfänge und Geschäftsessen.

Hochtouriger Trubel ist dort ebenfalls garantiert, dafür genießen die Gäste wenigstens Bewegungsfreiheit. Außerdem entgeht Sewing dort womöglich kompromittierenden Treffen mit einem seiner heikelsten Kunden: Das Verhältnis der Deutschen Bank zu Donald Trump ist aktenkundig. In Amerika wird der Konzern für seine Rolle als Trumps Hausbank offen angefeindet und als Helfer für allerlei Ungeheuerlichkeiten des ehemaligen Immobilienunternehmers bezichtigt.

Christian Sewing
Christian Sewing Bild: Reuters

Unter den vielen brenzligen Angelegenheiten, welche die Bank aus der Vergangenheit mitschleppt, ist die Causa Trump eine besonders heikle. Penibel achtet Sewing darauf, nur ja keine Angriffsfläche in der Sache zu bieten. Kein öffentliches oder auch nur halböffentliches Wort zum Kunden Trump, das ist das oberste Gebot in der Deutschen Bank. Man hält auf Distanz, am besten Tag und Nacht.

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Quelle: F.A.S.
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