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Nur der langfristige Gewinn zählt

Von Dirk Honold, Nürnberg
27.01.2020
, 19:44
Bei den Diskussionen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos standen auch die Interessen der Stakeholder im Vordergrund.
Shareholder Value galt als Ausdruck der Kurzfristdenke. Jetzt gilt es, den Stakeholdern gerecht zu werden. Das World Economic Forum plädiert in seinem neuen Davoser Manifest 2020 für einen „Stakeholder Kapitalismus“. Ein Gastbeitrag.

Die aktuelle Diskussion zum Klimabewusstsein und zur Nachhaltigkeit lassen keinen Zweifel daran, dass sich die Welt verändert hat und diese Themenfelder immer weiter an Bedeutung gewinnen. Dies führt zu neuen Betrachtungswinkeln und Zielen wie Corporate Social Responsibility (CSR) und CO2-Neutralität. Nachhaltiges Wirtschaften, subsumiert unter dem Begriff ESG (Environmental, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), muss mit neuen, langfristigen Zielgrößen in das Werttreiber- und Zielsystem von Unternehmen verankert und nachverfolgt werden.

Als Konsequenz dieser Veränderungen haben 181 amerikanische Unternehmenslenker (CEOs) im Sommer 2019 ein neues Statement zum Zweck der Unternehmen – auch Purpose genannt – verfasst. Darin wird klargestellt, dass die Interessen der Anteilseigner (Shareholder) untrennbar mit den Interessen aller Interessengruppen (Stakeholder) verbunden sind. Die Unternehmenschefs verpflichten sich, die Interessen aller Stakeholder zu verfolgen. Explizit werden neben den Unternehmenseignern auch Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Staat und Gemeinden sowie Umwelt genannt. Bei den Shareholdern wird das Ziel der langfristigen Wertschaffung durch Investitionen, Innovation und Wachstum hervorgehoben.

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Dirk Honold ist Professor für Unternehmensfinanzierung an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und Schriftleiter von „Corporate Finance“.

Quelle: F.A.Z.
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