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Oerlikon

„Klimawandel ist nicht alles“

Von Gerald Braunberger, Davos
 - 19:38
Weniger Emotionalität und mehr Rationalität? Teilnehmer der Demonstration «Winterwanderung Strike WEF» halten Schilder mit Tiermotiven und der Aufschrift «Mehr als Geld» in den Händen.

Die großen Probleme unserer Zeit sind ohne eine moderne Industrie nicht zu lösen. Davon zeigt sich Michael Süss, der Verwaltungsratsvorsitzende des schweizerischen Industriekonzerns Oerlikon, überzeugt. „Die moderne Industrie ist der Kern für die Entwicklung moderner Gesellschaften“, sagte Süss auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Dank der Innovationskraft der Industrie sei es möglich, viele Herausforderungen, vor denen die Menschheit stehe, anzupacken. Wer in der Industrie arbeite, wisse zudem, dass die Gesetze der Physik allein durch menschliches Wollen nicht außer Kraft zu setzen seien und Probleme nicht alleine durch Emotionalität gelöst werden könnten.

Süss kritisierte die starke Ausrichtung der öffentlichen Debatte auf den Klimawandel. „Wer nur von Klimawandel spricht, greift zu kurz“, sagte der Manager. „Wir retten die Welt nicht, indem wir nur auf ein Thema schauen.“ Andere wichtige Themen seien unter anderem die langfristige Versorgung der Menschen mit Wasser sowie die Lebensmittelsicherheit. Der Verwaltungsratsvorsitzende von Oerlikon kritisierte auch unrealistische Erwartungen an das Tempo von Veränderungen: „Wir müssen das oft schwierige Tempo des Wandels erklären. Die Industrie braucht Geld, um zu investieren und Innovationen zu erzeugen, die uns voranbringen.“

Süss wie auch Rajeev Suri, der Vorstandsvorsitzende des finnischen Industriekonzerns Nokia, erwarten erhebliche technische und wirtschaftliche Fortschritte durch eine engere Vernetzung von Unternehmen in der kommenden Vierten Industriellen Revolution. „Ich erwarte bis zum Jahr 2028 ein Produktivitätswachstum von 35 Prozent in der amerikanischen Industrie“, sagte Suri.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Braunberger, Gerald
Gerald Braunberger
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