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Konkurrenz von Tesla für VW

Eine Wette auf die Elektromobilität

Von Sven Astheimer und Hendrik Kafsack
Aktualisiert am 24.01.2020
 - 14:35
Vereint im Wandel der Autobranche: VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh (links) und VW-Chef Herbert Diess
Tesla ist ein ganz neuer Typ von Wettbewerber, der jetzt Maßstäbe setzt. VW-Chef Diess und Betriebsratschef Osterloh reagieren – und setzen auch auf Hilfe aus Brüssel.

Erst Anfang des Jahres überstieg der Börsenwert des amerikanischen Elektroautoherstellers Tesla die addierte Bewertung seiner heimischen Konkurrenten General Motors und Ford. Nun hat das Unternehmen aus Kalifornien auch den deutschen Volkswagen-Konzern hinter sich gelassen und damit den derzeit absatzstärksten Autohersteller der Welt. Weil der aktuelle Aktienkurs von Tesla an der amerikanischen Börse mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 100 Milliarden Dollar einhergeht, ist der E-Autohersteller auch an Volkswagen vorbeigezogen, das derzeit, in Dollar gerechnet, rund 99 Milliarden wert ist.

Allein schon die Absatzzahlen der beiden Autohersteller verdeutlichen, dass die Tesla-Bewertung vor allem eines ist: eine Wette auf die Elektromobilität. Im vergangenen Jahr verkaufte Volkswagen mit seinen Konzernmarken fast elf Millionen Fahrzeuge. Tesla setzte im selben Zeitraum dagegen gerade einmal 367.500 Autos rund um die Welt ab.

Die Führungsspitze von Volkswagen verfolgt die Entwicklung des amerikanischen Konkurrenten auch deshalb sehr aufmerksam. Tesla sei derzeit der größte Herausforderer für Volkswagen, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess der F.A.Z. am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Das Geschäftsmodell der Automobilindustrie ändert sich. Tesla hat das als Erster verstanden.“ Zwar sieht Diess das amerikanische Unternehmen noch nicht „als unmittelbare Bedrohung“.

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Es helfe Volkswagen auch derzeit, dass Tesla in Sachen Elektromobilität zeige, wie es geht. Zudem sei sich VW „noch ziemlich sicher, dass wir mithalten können, wenn wir jetzt in der Elektromobilität schnell hochfahren und die nötigen Software-Kompetenzen aufbauen“. Aber Tesla werde auch schnell weiter wachsen und bleibe wahrscheinlich der schärfste Herausforderer.

„Tesla ist sehr fokussiert auf ein Produkt, das hochvernetzte Elektroauto“

Sein Unternehmen sieht Diess derzeit vor allem im Hintertreffen, wenn es um die Digitalisierung und die Vernetzung des Autos geht, die zum Beispiel für hochautomatisierte Fahrfunktionen notwendig ist. Der Abstand zu Tesla in Sachen Software sei noch ziemlich groß, sagte Diess. „Denn wir kommen aus einer Welt, in der wir nur einen kleinen Teil der Software selbst gemacht haben. Das werden wir ändern.“ Zudem müsse sich Volkswagen im Wettbewerb mit Tesla auch intern wandeln.

„Wir sind ein sehr großes Unternehmen, breit aufgestellt, mit tradierten Prozessen und einer sehr selbstbewussten Arbeitnehmervertretung“, sagte Diess. „Tesla dagegen ist sehr fokussiert auf ein Produkt, das hochvernetzte Elektroauto.“ Das Unternehmen sei ein ganz neuer Typ von Wettbewerber, der jetzt den Maßstab setze. „Um uns durchzusetzen, müssen wir vor allem deutlich schneller werden.“

Wenn es nach Bernd Osterloh geht, dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von Volkswagen, soll die Autobranche den Wandel, in dem sie gerade steckt, aber nicht nur selbst bewältigen. Er soll auch mit Geld von der Europäischen Union befördert werden. Im Gespräch mit der F.A.Z. erhob Osterloh Anspruch auf Geld aus dem von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagenen Klima-Übergangsfonds. „Den Fokus auf Kohle finde ich falsch“, kritisierte Osterloh. „In dem Übergangsfonds muss auch Geld für die Automobilbranche drin sein.“

Die Branche stehe angesichts der anstehenden Umstellung vom Verbrennungs- auf den Elektromotor vor ähnlich großen Herausforderungen wie die Kohleindustrie, sagte Osterloh. „Ich rede hier nicht davon, dass wir als Volkswagen-Gruppe das Geld bekommen. „Aber Zulieferer nicht nur wie Bosch, Conti oder Schaeffler, sondern gerade auch kleinere und mittelständische brauchen Unterstützung, um sich auf die neue Situation einzustellen.“ Der Übergangsfonds („Just Transition Mechanism“) soll insgesamt 100 Milliarden Euro bereitstellen, um die Kohleregionen zu unterstützen. Davon sollen rund 13,4 Milliarden Euro nach Deutschland fließen.

Osterloh forderte auch europäische Vorgaben für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Länder wie Italien und Spanien lägen hier im europäischen Vergleich weit zurück. Die Autobranche könne so ihre Klimaziele nicht erfüllen. Ohne leistungsfähige Infrastruktur werde es schwer, Kunden von Elektroautos zu überzeugen.

Quelle: F.A.Z.
Sven Astheimer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Sven Astheimer
Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.
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Autorenporträt / Hendrick Kafsack
Hendrik Kafsack
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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