FAZ plus ArtikelNettozahlungen nach Brüssel

Munition für die EU-Skeptiker

EIN KOMMENTAR Von Hendrik Kafsack, Brüssel
06.08.2021
, 18:16
Die zwei mächtigsten Frauen in der EU: Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen
Die EU-Kommission versucht totzuschweigen, welcher Staat wie viel netto an die EU zahlt oder zurückbekommt. Das ist ein großer Fehler – vor allem mit Blick auf Polen und Ungarn.
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Deutschland ist wieder einmal größter Beitragszahler der EU. Die Lücke zwischen dem deutschen Beitrag an den EU-Haushalt und den Rückflüssen aus den diversen EU-Töpfen ist im Haushaltsjahr 2020 auf 15,5 Milliarden Euro gestiegen – eine Rekordsumme. Deutschland ist damit mit Abstand größter Beitragszahler vor Großbritannien, das 2020 mit 10,2 Milliarden Euro noch einmal kräftig einzahlte, bevor es den EU-Binnenmarkt zum Jahreswechsel endgültig verlassen hat.

Zu den Hauptbeitragszahlern gehören zudem Frankreich und – das wird in Deutschland oft und gerne übersehen – Italien. Setzt man den Beitrag ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung rücken mit den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Österreich ganz andere Länder gemeinsam mit Deutschland an die Spitze – genau die Staaten, die sich im vergangenen Jahr letztlich erfolglos mit Händen und Füßen gegen das höhere mehrjährige EU-Budget und den Corona-Aufbaufonds von insgesamt 1,8 Billionen Euro wehrten.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Hendrik Kafsack
Hendrik Kafsack
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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