FAZ plus ArtikelFinanzierung des Klimaschutzes

Wie Deutschland zu einem der größten Zahler wurde

Von Andreas Mihm, Berlin
Aktualisiert am 08.12.2019
 - 21:27
Geld für Grünes: Klimaschutz ist teuer. In Deutschland soll deswegen nun eine private Allianz die öffentlichen Maßnahmen unterstützen.
Klimaschutz ist teuer – so teuer, dass einige Schwellenländer die Industriestaaten auffordern, einen Großteil der Kosten zu tragen. Weil öffentliche Gelder allein nicht ausreichen, greift Deutschland nun auf eine private Allianz zurück.

Klimaschutz gibt es nicht für lau. Klimaökonomen wie Ottmar Edenhofer, der Chef des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, haben die Weltklimakonferenz immer schon als Wirtschaftskonferenz beschrieben. Geht es im Kern doch um die Frage, wer dafür zahlt, wenn die Erdatmosphäre nicht weiter als Deponie genutzt wird, in der jeder seine Klimagase kostenfrei ablädt. Der Gewinn, der durch den Verzicht auf CO2- und anderer Klimagasemissionen entsteht, tritt erst später ein. Das können ein weniger stark steigender Meeresspiegel, seltenere Dürren oder Starkregen sein. Die Kosten hingegen fallen sofort an.

Sie gefährden Arbeitsplätze, Einkommen und erzwingen Konsumverzicht dort, wo heute Kohle-, Öl- und Gasvorkommen in großem Stil ausgebeutet werden. Deshalb findet man Länder wie Saudi-Arabien oder Russland im Bremserhäuschen der Klimaverhandlungen. Auch für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump sind kurzfristige wirtschaftlichen Folgen ein Grund für den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag. Jedoch rechnen Ökonomen wie der frühere Weltbankpräsident Lord Nicholas Stern vor, dass heutige Versäumnisse die Anpassungskosten nicht nur auf kommende Jahre oder Generationen verschöben. Faktisch werde es immer teurer, Treiber des Klimawandels zu bekämpfen.

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Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent in Wien.
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