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Die Vision der 15-Minuten-Stadt

EIN KOMMENTAR Von Julia Löhr
08.05.2021
, 16:09
Arbeit, Läden, Kultur: Alles soll in der Nähe liegen wie in einem Dorf innerhalb der Stadt. Die Idee erscheint verlockend. Aber wollen die Bürger das überhaupt?

Eine Vision geht unter Städteplanern um: die 15-Minuten-Stadt. Innerhalb einer Viertelstunde soll jeder von seiner Wohnung zu Fuß oder mit dem Fahrrad alles erreichen können, was es zum Leben braucht – den Arbeitsplatz, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen, Ärzte, Parks, Fitnessstudios und Kultur. Umweltfreundlicher und sozialer soll die Stadt der kurzen Wege sein. Oder besser gesagt: das Dorf in der Stadt, denn nichts anderes verbirgt sich hinter diesem vermeintlich revolutionären Konzept.

Seit Carlos Moreno von der Pariser Universität Sorbonne seine „ville du quart d’heure“ zum ersten Mal skizziert hat, gibt es kein Halten mehr. Ob in Paris, London, Melbourne oder Detroit: Rund um den Globus planen Stadtoberhäupter auf einmal in Viertelstunden- oder 20-Minuten-Radien. Auch auf dem deutschen Tag der Städtebauförderung an diesem Samstag dürfte das Thema eine Rolle spielen. In Hamburg und Bochum gibt es längst Sympathien, die Stadtentwicklung in diese Richtung zu lenken. Unterdessen wird in Schweden mit der Idee einer Ein-Minuten-Stadt schon das Zeitalter des „Hyper-Lokalen“ ausgerufen. Das ganze Leben, direkt vor der Haustür – könnte es etwas Besseres geben?

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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