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Die schleichende Deindustrialisierung

Von Julia Löhr und Niklas Záboji
Aktualisiert am 07.02.2020
 - 09:59
Hochöfen des ThyssenKrupp Stahlwerks Schwelgern
Die deutsche Industrie steckt in der Krise. Die Unternehmen scheinen vermehrt ins europäische Ausland abzuwandern. Wirtschaftsminister Altmaier bringt das in Erklärungsnot.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier adelt sie als die Säule unseres Wohlstands: die deutsche Industrie. Geht es nach dem CDU-Politiker, soll sie gestärkt werden und in zehn Jahren 25 Prozent der Wertschöpfung ausmachen. So formulierte es Altmaier Ende November in seiner „Industriestrategie 2030“. Doch wie sich jetzt immer klarer zeigt, geht der Trend in entgegengesetzte Richtung. Seit dem Jahr 2016 sinkt der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung, von 23 auf nur noch 21,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt Mitte Januar mitteilte. Es ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise.

Verliert Deutschland also nach und nach seine Industrie? Davon sind zumindest die Ökonomen der Commerzbank mittlerweile überzeugt. Als Beleg für ihre These von der schleichenden Deindustrialisierung dient ihnen die Entwicklung der Industrieproduktion, die in Deutschland deutlich schlechter aussieht als im übrigen Euroraum. Der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer spricht unumwunden von der Rückkehr des „kranken Mann Europas“ wie um die Jahrtausendwende herum.

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„Düstere Aussichten“

In der deutschen Industrie ist keine konjunkturelle Aufhellung in Sicht. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, ist die Industrieproduktion zum Jahresende deutlich zurückgegangen. Sie lag im Dezember 3,5 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 2009, als die Produktion infolge der Finanzkrise weggebrochen war. Auch die Auftragslage bleibt schwach. Im Dezember gingen die Aufträge abermals zurück, hatten die Statistiker am Donnerstag mitgeteilt. Im Vergleich zum Vormonat erhielten die Industrieunternehmen 2,1 Prozent weniger Bestellungen. Der abermalige Rückgang trübt die Erwartungen für die kommenden Monate, der Auftragseingang gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die künftige Geschäftsentwicklung der Unternehmen. Unerwartet stark gingen im Dezember die Aufträge aus dem Euroraum zurück: Sie fielen um 14 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Bestellungen aus dem übrigen Ausland legten hingegen um 2,1 Prozent zu. Auch die Aufträge aus dem Inland stiegen um 1,4 Prozent. „Die Handelskonflikte und das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU haben zum Jahresende massiv belastet“, sagte Thomas Gitzel, der Chefvolkswirt der VP-Bank, die schwachen Auftragsdaten. Die kurzfristigen Aussichten für die deutsche Industrie bewertet ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski als „düster“. Bis es zur Bodenbildung komme, werde es noch bis zum Ende des Quartals dauern. Die positiven Effekte der Teileinigung im Handelskonflikt zwischen Amerika und China würden überlagert durch die Auswirkungen des Coronavirus. Mit ersten Zeichen der Besserung rechnet der Ökonom erst im zweiten Quartal dieses Jahres. Schlecht fällt auch die Jahresbilanz der Maschinenbauer aus. Sie verbuchten im Jahr 2019 rund 9 Prozent weniger Bestellungen als im Vorjahr, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte. sju.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
Autorenporträt / Zaboji, Niklas
Niklas Záboji
Redakteur in der Wirtschaft.
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