Bilanzskandal Wirecard

Commerzbank sieht sich als Opfer

14.01.2021
, 18:55
Am Donnerstag tagt der parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal. Die Sitzung soll bis in den späten Abend dauern.
Vor dem Untersuchungsausschuss gesteht der Risikochef der Commerzbank ein, auf einen „unvorstellbaren Betrug“ hereingefallen zu sein. Auf die Aussage von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing muss man indes noch warten.
ANZEIGE

Die Commerzbank sieht sich im milliardenschweren Bilanzskandal beim Zahlungsabwickler Wirecard als Geschädigter. „Die Commerzbank ist, wie viele andere, Opfer eines in dieser Dimension unvorstellbaren Betruges geworden“, sagte Risikochef Marcus Chromik vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss am Donnerstag in Berlin. Dass ein solcher Betrug bei einem Dax-Konzern passieren könne, habe außerhalb seiner Vorstellungskraft gelegen.

Die Bank habe sämtliche Kredite „sorgfältig“ geprüft und sich auf Testate des damals aktiven Wirtschaftsprüfers Ernst & Young (EY) verlassen sowie auf Aussagen des Managements über die wirtschaftliche Entwicklung. „Auffälligkeiten haben sich bei der Analyse der wirtschaftlichen Daten nicht ergeben und es gab keine Hinweise auf eine fehlerhafte Rechnungslegung oder Gesetzesverstöße“, sagte Chromik vor den Abgeordneten im Bundestag. Auch Zweifel an der Korrektheit des Engagements von EY habe es nicht gegeben. Im Tagesverlauf sitzen noch Ex-Commerzbank-Chef Martin Zielke und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing auf der Zeugenbank.

ANZEIGE

Die Commerzbank steht besonders im Fokus, weil sie einen Konsortialkredit für Wirecard im Volumen von 1,75 Milliarden Euro anführte. Die Kreditlinie wurde 2018 aufgestockt und verlängert, als es bereits zahlreiche Berichte in Medien über Bilanzunregelmäßigkeiten bei Wirecard gegeben hatte. Die BayernLB hatte sich zu dem Zeitpunkt von Wirecard zurückgezogen.

Durch die Insolvenz musste die Commerzbank im vergangenen Jahr 175 Millionen Euro abschreiben. „Kreditausfälle gehören leider zum Geschäft von Banken“, sagte Chromik. Trotzdem sei jeder Ausfall ärgerlich und werde unter die Lupe genommen. Im Fall Wirecard habe es sich um einen „beispiellosen Betrug“ gehandelt. Wirecard meldete im Juni 2020 Insolvenz an. Staatsanwälte ermitteln gegen Ex-Chef Markus Braun und andere Manager unter anderem wegen des Verdachts auf Betrug und Geldwäsche.

Quelle: Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Kapitalanalge
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Sprachkurse
Lernen Sie Englisch
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Projektmanagement
SUV
Premium-SUVs zum Gebrauchtwagenpreis
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
ANZEIGE