FAZ plus ArtikelEnergiekosten

Wirtschaftsforscher raten zu höheren Gaspreisen

Von Jan Hauser
28.06.2022
, 20:07
Künftiger Anleger für Flüssiggas in Wilhelmshaven
Heikles Abwarten: Gasimporteure dürfen höhere Kosten noch nicht an die Endkunden weitergeben. Wie teuer würde ein russischer Lieferstopp?
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Die russischen Gasflüsse stocken, und die Energiepreise steigen; dennoch sehen Konjunkturwissenschaftler die Energieversorgung besser aufgestellt als noch vor einigen Monaten. Das liegt vor allem am Füllstand der Gasspeicher, der sich innerhalb der vergangenen drei Monate auf etwas mehr als 60 Prozent verdoppelt hat. Die vier Wirtschaftsforschungsinstitute der Gemeinschaftsdiagnose halten die Gefahr einer Gaslücke derzeit für wesentlich geringer als noch im April. Sollte es bei den derzeit geringeren russischen Gaslieferungen bleiben, die entlang der Ostseepipeline Nord Stream 1 auf 40 Prozent gedrosselt sind, droht nach den jetzt berechneten Simulationen auch bei ungünstigen Konstellationen kein Gasengpass für die Industrie. Bei einem sofortigen Lieferstopp russischer Gaslieferungen entsteht im Median ihrer Simulationsergebnisse ebenfalls keine Gasversorgungslücke mehr bis Ende kommenden Jahres – auch wenn weiter Risiken bestehen.

In der Berechnung aus dem April sahen die Institute noch eine deutliche Lücke vorher, was die Produktion in der Industrie eingeschränkt hätte. Dass das nicht auch diesen Winter passiert, wenn die Haushalte wieder mehr Gas zum Heizen benötigen, schließen sie jedoch nicht aus und erwarten mit einer geringen Wahrscheinlichkeit im Fall eines Lieferstopps teils deutliche Wertschöpfungsverluste. Ihre Untersuchung haben das Münchner Ifo-Institut, das Kieler Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und das Essener RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung mit Partnern am Dienstag veröffentlicht.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hauser, Jan
Jan Hauser
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