Wohlstand in Europa

Deutschland geht’s ziemlich gut

Von Patrick Bernau
18.03.2014
, 13:54
Die Deutschen erarbeiten sich einen ordentlichen Wohlstand - so wie diese Bauarbeiter in Mönchengladbach.
Deutschland geht es schlecht? Ein neuer Bericht zeichnet ein ganz anderes Bild: In kaum einem Land in Europa können die Bürger so zufrieden sein wie hier. Und sie sind es auch.
ANZEIGE

Die Armen werden immer ärmer, die Mittelschicht wird ausgequetscht, die Löhne der Deutschen steigen kaum noch: In den deutschen Talkshows ergibt sich oft ein Bild eines darbenden Landes. Doch aus einem neuen Bericht, den die Industrieländer-Organisation OECD an diesem Dienstag vorgelegt hat, ergibt sich ein ganz anderes Bild: In kaum einem Land Europas geht es den Bürgern derzeit so gut wie in Deutschland, wenn man die „Gesellschaftlichen Kennziffern“ in den Blick nimmt.

Denn der Rest Europas leidet immer noch unter der Eurokrise. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Löhne fallen, und unter dem Kostendruck haben viele Staaten die Sozialleistungen gekürzt - immerhin sind das häufig die größten Haushaltsposten. In einigen Krisenstaaten halten selbst die Ehen nicht mehr so gut wie vor einigen Jahren: die Scheidungsraten klettern. (Nur das alte Gerücht, die Krise treibe viele Menschen in den Suizid, scheint nicht zu stimmen: Die Raten fallen auch in den Krisenstaaten, Griechenlands Selbstmordrate ist die niedrigste in allen Industrieländern.)

ANZEIGE

Wie anders ist dagegen die Lage in Deutschland. Hier sind die Risiken aus der Eurorettung noch lange nicht bei den Bürgern angekommen, das Leben wirkt sehr erfreulich.

Nur in wenigen Ländern steigen die Haushaltseinkommen schneller als in Deutschland. Die Sozialleistungen steigen etwas langsamer als die Einkommen, auch deshalb wächst die Armutsquote. Aber die Sozialleistungen verlieren an Bedeutung. Immer weniger Leute haben das Gefühl, sich ihr Essen nicht leisten zu können. Nirgendwo in den Industrieländern ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen zwischen 2007 und 2013 so weit zurückgegangen wie in Deutschland. Deshalb gehört Deutschland zu einer kleinen Gruppe von Ländern, in der die Löhne von Arbeitern und Angestellten insgesamt schneller steigen als die Wirtschaftsleistung. Der Anteil von Unternehmern und Vermögensbesitzern am Volkseinkommen schrumpft - nicht nur wegen niedriger Zinsen, sondern auch wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit.

Am Ende wissen das die Deutschen selbst auch sehr gut. Wenn sie nach ihrer Lebenszufriedenheit gefragt werden, antworten sie inzwischen deutlich optimistischer. Im Jahr 2012 bewerteten sie ihr Leben auf einer Skala von 0 bis 10 durchschnittlich mit einer 6,7: 0,3 Punkte höher als im Jahr 2007. So sind die Deutschen in die optimistischere Hälfte der Industrieländer gerutscht.

Quelle: FAZ.NET
Patrick Bernau  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Patrick Bernau
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
FacebookTwitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Kapitalanalge
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Sprachkurse
Lernen Sie Englisch
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Projektmanagement
SUV
Premium-SUVs zum Gebrauchtwagenpreis
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
ANZEIGE