Das Ende der 75-Watt-Birne

Verbraucherschützer fürchten Lampenchaos

05.08.2010
, 16:11
Das Ende der alte Glühbirne: Auch die 75-Watt-Birnen werden verschwinden
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Verbraucherschützer warnen vor einem Chaos für Kunden beim Kauf von Energiesparlampen - denn für die alte 75-Watt-Glühbirne ist nach einer Vorgabe der EU ab September Schluss. Energiesparlampen seien vielfach zu teuer, qualitativ nicht gut genug und zu unklar ausgezeichnet.
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Die Glühbirne verschwindet nach und nach: Die alte 75-Watt-Birne darf ab September nicht mehr verkauft werden. Verbraucherschützer fürchten nun ein Chaos - zu hohe Preise, zu wenig Informationen und zu wenige Sammelstellen für alte Sparlampen. „Die Verbraucher haben noch zu viele Schwierigkeiten beim Einkaufen“, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, am Donnerstag in Berlin. Deshalb sollten die Hersteller mehr Informationen über Qualität, Lebensdauer und Helligkeit angeben.

Verbraucher könnten zwischen 50 und 180 Euro sparen

Energiesparende Lampen sollen nach EU-Vorgaben bis 2012 die weniger effiziente Glühbirne fast vollständig ersetzen. 100-Watt-Glühbirnen sind schon seit einem Jahr nicht mehr erhältlich. Ab dem 1. September sollen auch Birnen mit mehr als 60 Watt Stromverbrauch aus dem Handel verschwinden, die Händler dürfen ab dann nur Restbestände verkaufen. 2012 sollen dann die 25- und 40-Watt-Modelle folgen.

Bild: dpa

Die neuen Energiesparlampen verbrauchen weniger Strom. Der Verbraucher könne zwischen 50 und 180 Euro sparen bei einer Lebensdauer der Lampe von 10 000 Stunden, sagte Evelyn Hagenah vom Umweltbundesamt. Damit sind sie besser für den Klimaschutz.

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„Das kann Gesundheitsgefahren verursachen“

Die Verbraucherschützer monieren „eklatante Preisunterschiede“. Die Hersteller ließen die Kunden zu oft im Unklaren über die Qualität. Derzeit kauften Verbraucher vielfach die falschen Lampen und horteten sie. Billen forderte die Industrie auf, den „Blauen Engel“ als Qualitätszeichen zu verwenden. Bei einem großen Teil der angebotenen Energiesparlampen stimme „schlicht die Qualität nicht“, sagte Billen. Er warf den Herstellern zudem vor, Verbrauchern zu wenige Sammelstellen für die verbrauchten Lampen zur Verfügung zu stellen.

Weiteres Problem: Energiesparlampen enthalten Quecksilber. „Das kann auch Gesundheitsgefahren verursachen“, warnte Billen. Die Sparlampen dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Es sei ein Ärgernis, dass es nicht genug Baumärkte oder Möbelgeschäfte gebe, bei denen ausgediente Energiesparlampen zurückgegeben werden könnten. Nach Angaben der Lampenhersteller gibt es neben den Wertstoffhöfen der Kommunen im Handel derzeit 725 Sammelstellen für Verbraucher. Insgesamt sind es mehr als 2200 Stellen - auch für die Industrie. Dem Rücknahmesystem hat sich aber nur die Hälfte der Hersteller angeschlossen.

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Warentester vergeben schlechte Noten

Die Stiftung Warentest stellte den energiesparenden Lampen im April 2010 ein eher schlechtes Zeugnis aus. Von 28 geprüften Lampen waren sechs mangelhaft und nur drei bekamen die Note „gut“. Auch bekannte Marken schnitten teilweise schwach ab. Die Tester kritisierten, dass die Leuchtkraft schnell nachlässt und die Schaltfestigkeit gering ist.

Billen wirbt für den „Blauen Engel“. „Das wäre ein einfaches Zeichen, wo ich schnell erkennen kann: Das ist eine Lampe mit einer guten Qualität, die ist schnell am Start, die hat die richtige Wärme und sie spart wirklich Energie und hält die Lebensdauer, die auf der Packung steht.“ Nach seinen Angaben haben Hersteller angegeben, das Zeichen aus Platzgründen nicht zu verwenden.

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Der Umstieg auf die Energiesparlampe lohne sich

Trotz der Kritik hält der Verbraucherschützer die Einführung der Energiesparlampe für richtig. „Gerade in Zeiten, in denen die Strompreise ansteigen, lohnt auch der Umstieg auf die Energiesparlampe“, sagte Billen. „Sie muss aber eben auch so sein, dass sie nicht nur für das Klima gut ist, sondern wirklich auch fürs Portemonnaie und dass sie in der Handhabung vereinfacht wird.“

Quelle: FAZ.NET / dpa / AFP
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