Gesundheit

Die Hausärzte wollen mehr Geld

Von Andreas Mihm
21.11.2007
, 06:50
Nachbesserungen verlangt
Den Hausärzten geht der neue Honorarrahmen mit angekündigten Erhöhungen um mindestens zehn Prozent nicht weit genug. Die künftigen Behandlungspauschalen spiegelten Aufwand und Kosten, gerade im Vergleich zu den Fachärzten, nur unzureichend wider.
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Den Hausärzten geht der neue Honorarrahmen mit angekündigten Erhöhungen um mindestens zehn Prozent nicht weit genug. Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, verlangte am Dienstag Nachbesserungen an der vor einem Monat von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit den Kassen verabschiedeten Regelung.

Die künftigen Behandlungspauschalen spiegelten Aufwand und Kosten, gerade auch im Vergleich zu den Fachärzten, nur unzureichend wider. Strukturell blieben die Allgemeinmediziner gegenüber den Fachärzten benachteiligt. Er bezweifelte, dass die Hausärzte am Ende tatsächlich den für 2009 in Aussicht gestellten Zuwachs von mehr als zehn Prozent erzielen werden.

Aufbau einer „alternativen Versorgung“

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Ein KBV-Sprecher sagte dagegen, es werde nicht zu einer Umverteilung zu Lasten einer Ärztegruppe kommen. Weigeldt, der im Sommer im Zwist über die politische Linie aus der KBV-Spitze abberufen worden war, nahm die Kritik als neuerlichen Grund für die Notwendigkeit für die Hausärzte, selbst Behandlungsverträge mit Kassen abzuschließen. Die stünden dann im Wettbewerb zu den Kassenärztlichen Vereinigungen.

„Ich rechne fest damit, dass im kommenden Jahr die ersten solcher Verträge ausgeschrieben werden, wir werden uns dann um einen Abschluss bemühen“, sagte Weigeldt. Ziel sei der Aufbau einer „alternativen Versorgung, die im Wettbewerb zu der klassischen Struktur steht.“

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Weigeldt verspricht sich weniger Bürokratie

Solche Versorgungsverträge außerhalb der Kassenärztlichen Vereinigungen können seit der jüngsten Gesundheitsreform abgeschlossen werden. Neu sei, dass das dabei vereinbarte Honorarvolumen für Behandlungen nicht mehr an die Kassenärztlichen Vereinigungen, sondern an den neuen Vertragspartner der Kasse, etwa den Hausärzteverband, fließe, sagte Geschäftsführer Eberhard Mehl. Der stellte Umfang und Qualität der medizinischen Versorgung sicher.

Weigeldt verspricht sich davon eine höhere Behandlungsqualität und kostensenkende Effizienz sowie weniger Bürokratie. Der Deutsche Hausärzteverband habe bisher 14 Versorgungsverträge für 5,5 Millionen Versicherte, 44.000 Ärzte und ein Honorarvolumen von 200 Millionen Euro abgeschlossen, darunter mit der Barmer Ersatzkasse und großen Ortskrankenkassen. Die Kassen haben den Ärzten für ambulante Behandlungen im vergangenen Jahr knapp 25 Milliarden Euro überwiesen.

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Quelle: F.A.Z., 21.11.2007, Nr. 271 / Seite 12
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
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