Gesundheitspolitik

Apotheker sollen zum Pharma-Sparpaket beitragen

Von Andreas Mihm, Berlin
26.10.2010
, 17:45
Höhere Zwangsrabatte geplant: Die Apotheker sollen zu den Einsparungen beitragen
Die deutschen Apotheker sollen sparen: Nach den Plänen der Regierungskoalition soll der Zwangsrabatt steigen, den Apotheker den gesetzlichen Krankenkassen gewähren müssen. Damit sollen Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe gelingen.
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Die schwarz-gelbe Koalition will die 21.500 Apotheker nun doch direkt mit einem dreistelligen Millionenbetrag an den geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen beteiligen. Das verlautete am Dienstag aus Kreisen der Regierungskoalition CDU/CSU und FDP. Die betroffenen Interessenverbände seien in die Einigung der Fachpolitiker einbezogen worden.

Demnach soll der Zwangsrabatt, den Apotheker gesetzlichen Kassen auf ihre Kassengebühr von 8,10 Euro je Rezept gewähren müssen, ab Januar von heute 1,75 Euro auf 2,00 Euro angehoben werden. Unter dem Strich sollen die Apotheker den Kassen damit 170 Millionen Euro weniger in Rechnung stellen. Bei einer weiter steigenden Zahl abgegebener Medikamentenschachteln könnte der Betrag entsprechend steigen.

Im Gegenzug wird der Sparbeitrag des pharmazeutischen Großhandels auf 180 bis 190 Millionen Euro annähend halbiert. Statt wie heute im Schnitt 6 Prozent auf den Packungspreis setzt sich der Anteil des Großhandels künftig aus einem preisabhängigen Anteil von 3,4 Prozent und einer festen Packungsgebühr von 70 Cent zusammen. Der Großhandel könnte so seine Vertriebskosten besser in den Griff bekommen. Weil gerade für umsatzstarke Nachahmerpräparate die Preise in den vergangenen Jahren stark gefallen waren, konnten die Großhändler ihren Aufwand für Lagerung und Bringdienste immer weniger decken. Die Neuerungen sollen beide in das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (Amnog) einfließen, das das Parlament am 12. November zusammen mit dem Gesetz zur Reform der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung beschließen soll.

Im Frühsommer hatte die Koalition schon einmal den Versuch unternommen, die Apotheker direkt an den Einsparungen zu beteiligen. Das war aber durch eine Intervention der Apotheker im Kanzleramt vereitelt worden. Die Pharmazeuten hatten argumentiert, der Großhandel würde die zunächst auf 400 Millionen Euro kalkulierten Einsparungen überwälzen, indem sie keine Rabatte mehr gegeben würden.

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In wie weit die Händler künftig von ihrem auf 3,4 Prozent geschrumpften Anteil am Herstellerpreis noch Rabatte geben, ist offen. Auch die Pharmahersteller werden zur Einsparungen herangezogen. Ihr Zwangsrabatt wurden bereits von 6 auf 16 Prozent erhöht. Die jährlichen Pharmakosten von 30 Milliarden Euro sollen künftig auch durch Preisverhandlungen der Kassen und den Herstellern und striktere Zulassungsverfahren reduziert werden. Sparen will die Koalition ebenfalls bei Impfstoffen und Importarzneien.

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Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
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