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Solide Konjunkturzahlen

„Euro-Zone hat einen Gang hochgeschaltet“

 - 11:28
Die Wirtschaft der Euro-Währungsunion wächst - die Zeichen mehren sich, dass das nicht nur vorübergehend ist.

Es ist zwar nur ein Monatswert, er bestärkt aber einen durchaus erfreulichen Trend, der seit einiger Zeit zu beobachten ist: Die Geschäfte der Unternehmen in der Europäischen Währungsunion laufen besser. Im Februar ist der unter Anlegern an den Finanzmärkten viel beachtete sogenannte Einkaufsmanager-Index des Markit-Instituts um 1,6 auf 56 Punkte geklettert. Das ist der beste Wert in dieser unter 5000 Unternehmen durchführten regelmäßigen Umfrage seit April 2011.

Zuvor befragte Ökonomen hatten hingegen einen leichten Rückgang erwartet. Bereits ab 50 Zählern signalisiert das Barometer ein zunehmendes Wirtschaftswachstum. „Die Euro-Zone hat im Februar einen Gang hochgeschaltet“, sagte der Chefvolkswirt von IHS Markit, Chris Williamson. Überraschend stark fielen die jeweiligen Werte zumal für die beiden größten Euro-Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich aus. „Frankreichs Aufschwung ist der heiß ersehnte Wachstumsimpuls für die gesamte Euro-Zone, womit jetzt vieles dafür spricht, dass es mit der Währungsunion nachhaltig aufwärtsgehen dürfte“, so Williamson.

Wachsender Preisdruck

Halte das Tempo im März an, könne das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal mit 0,6 Prozent schneller wachsen als Ende 2016 mit 0,4 Prozent, schätzt der Ökonom: „Da auch der Auftragseingang boomt und die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist immer optimistischer werden, könnte die Wachstumsdynamik in den kommenden Monaten sogar weiter steigen.“

In der Industrie sorgten die anziehende Nachfrage und der Euro-Wechselkurs für die stärksten Exportaufträge seit fast sechs Jahren. Die Unternehmen beider Sektoren stockten deshalb ihre Belegschaften so kräftig auf wie seit August 2007 nicht mehr. Zugenommen hat auch der Preisdruck: Die Einkaufspreise kletterten so schnell wie seit fast sechs Jahren nicht, auch die Verkaufspreise wurden angehoben.

Anerkannte Bank-Analysten, die sich auch mit Geldpolitik beschäftigen, brachten unmittelbar die Frage ins Gespräch, ob und wann die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen wieder anheben könnte. Frederik Ducrozet vom Schweizer Vermögensverwalter Pictet, teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass sowohl die Preiskomponente als auch der Einkaufsmanager-Index selbst nun in „Zins-Erhöhungs-Territorium“ liege.

Damit bezieht er sich darauf, dass die Euro-Währungshüter im Jahr 2011 unter ihrem Präsidenten Jean-Claude Trichet die Leitzinsen angehoben hatten - damals lagen die entsprechenden Konjunkturzahlen in einer ähnlichen Größenordnung. Allerdings gelten diese Entscheidungen im Nachhinein eher als Fehler, weil die Notenbank ihre Geldpolitik straffte trotz der nicht bewältigten Finanzkrise in der Währungsunion - und auch obwohl andere Notenbanken wie insbesondere die amerikanische eine gegenteilige Politik verfolgten. Der Euro-Außenwert bewegte sich damals sogar in Richtung von 1,50 Dollar.

Holger Sandte, Volkswirt des schwedischen Finanzkonzerns Nordea, stellt darum ebenfalls fest, dass die Euro-Konjunktur nun „Zinserhöhungs-Territorium“ erreicht habe. Er schreibt auf Twitter allerdings dazu, dass sich seiner Ansicht nach die (EZB-)Geschichte nicht wiederholen werde.

Insgesamt mehrten sich in den vergangenen Wochen gleichwohl die Signale, dass die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi in den kommenden Monaten die Geldpolitik etwas weniger expansiv ausgestalten könnten. Im Dezember hatte die EZB-Führung bereits beschlossen, die monatlichen Anleihekäufe ab April um 20 Milliarden Euro zu verringern.

Öffentlich kleideten sie dies zwar in eine möglichst weiche Formulierung und bestritten, dass es sich dabei um den Einstieg in den Ausstieg aus der sehr lockeren geldpolitischen Ausrichtung handele. Allerdings zeigte sich in den Kursreaktionen, dass die Marktteilnehmer dies tendenziell als „Tapering“ auffassten und wohl eher weniger überrascht sein dürften, wenn auf einer der nächsten EZB-Sitzungen weitere Beschlüsse in dieser Richtung gefasst werden sollten.

Quelle: ala./Reuters
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