Zweistellige Milliardensumme

Mehr Alte, weniger Steuern

24.10.2016
, 11:52
Die deutschen Steuereinnahmen sprudeln und sprudeln. Laut einer Studie für das Finanzministerium könnte das in Zukunft anders aussehen - weil das Land immer älter wird.

Die Alterung der Gesellschaft dürfte die sprudelnden Steuereinnahmen nach einem Zeitungsbericht langfristig massiv beeinträchtigen. Bis zum Jahr 2060 könnten aus der Einkommensteuer bis zu gut einem Fünftel weniger in die Kassen fließen als bei einer gegenüber 2013 konstanten Bevölkerungszahl und -struktur zu erwarten wäre, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen Bericht für das Bundesfinanzministerium.

Die Umsatzsteuereinnahmen könnten demnach sogar um bis zu einem Viertel geringer ausfallen. Damit würden dem Staat jährlich hohe zweistellige Milliardeneinnahmen fehlen. Zu einer solchen Lage könnte es der Zeitung zufolge bei einer ungünstigen Bevölkerungsentwicklung kommen.

Bis 2040 könnte das Minus dem Bericht zufolge aus der Einkommen- und Umsatzsteuer bei bis zu zehn Prozent im Jahr liegen. Bis 2030 seien aus der Einkommensteuer bis zu zwei Prozent und aus der Umsatzsteuer jährlich bis zu acht Prozent weniger Zuflüsse möglich. Verantwortlich für diese Entwicklung sei eine geringere Zahl von Erwerbstätigen und höhere Sozialabgaben. Ein Minus bei der Umsatzsteuer drohe aus einem anderen Grund: Jüngere Menschen sind dem Bericht zufolge deutlich konsumfreudiger als Alte.

Die Forscher haben für die Studie drei Szenarien entwickelt: „Basis“, „Pessimistisch“ und „Optimistisch“. „Basis“ geht von einer Geburtenrate von 1,4 und einer Zuwanderung von 200.000 Menschen pro Jahr aus. Die Lebenserwartung bis 2060 liegt in diesem Szenario für Männer bei 84,8 Jahren und für Frauen bei 88,8 Jahren. Bei „Pessimistisch“ gehen die Forscher ebenfalls von einer Geburtenrate von 1,4 aus, rechnen aber nur mit einer Zuwanderung von 100.000 Menschen pro Jahr. Die Lebenserwartung geben sie hier mit 86,7 Jahren für Männer und 90,4 für Frauen an.

Das Szenario „Optimistisch“ wartet dagegen mit einer Geburtenrate von 1,6 auf und einer Zuwanderung von 200.000. Die Lebenserwartung für Männer beträgt hier 84,8 Jahre und für Frauen 88,8. Referenzwert für die Berechnungen war stets die Altersstruktur und Größe der deutschen Bevölkerung im Jahr 2013.

Quelle: bfch./Reuters
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