Studienförderung

Bildungsministerin fordert Bafög für Ältere

15.03.2013
, 09:22
Aus der Schulbank direkt zur Uni? Das ist zwar immer noch der Regelfall; doch auch andere Lebensläufe werden häufiger.
Die Biographien von Studenten werden unterschiedlicher: Erwachsene gehen zurück an die Uni; mehr Menschen studieren nebenberuflich. Die neue Bildungsministerin will das Bafög daran anpassen. Wie finden Sie das?
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Die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will die Ausbildungsförderung Bafög umfassend reformieren. „Das Bafög geht heute teilweise an der Lebenswirklichkeit vorbei“, man müsse daher die Konditionen „insgesamt auf den Prüfstand stellen“, sagte die Ministerin der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe).

Die Studentenschaft werde immer unterschiedlicher, es gebe viele Menschen, die neben dem Beruf studierten oder nach dem Abschluss einer Ausbildung. Sie seien derzeit oft von der staatlichen Förderung für Schüler und Studenten ausgeschlossen. „Die Förderung muss weiter geöffnet werden“, sagte Wanka. Pfeiler einer Reform könnten höhere Altersgrenzen für den Bafög-Anspruch sein und die Erweiterung auf Formen wie das Teilzeitstudium.

Förderung „an die heutigen Realitäten anpassen“

Im Durchschnitt erhielten die Bafög-Empfänger unter den Studenten im Jahr 2011 monatlich 452 Euro, der Höchstsatz liegt derzeit bei 670 Euro. Die Hälfte der Förderung schenkt der Staat, der Rest ist ein zinsloses Darlehen. Die Tilgungsbedingungen sind großzügig, hinzu kommt eine Deckelung der Schulden auf 10.000 Euro. Doch der Kredit ist abhängig von Einkommen und Vermögen der Eltern. Die Altersgrenze für Bafög liegt bislang bei 35 Jahren. Grundsätzlich werden grundständige Studiengänge gefördert, unter bestimmten Umständen auch Masterstudiengänge. Normalerweise wird die Erstausbildung unterstützt, Zweitausbildungen nur ausnahmsweise.

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Die Förderung müsse „an die heutigen Realitäten angepasst werden, und die sehen anders aus als noch vor 40 Jahren“, sagte Wanka. Damals wurde das Bundesausbildungsförderungsgesetz von der sozialliberalen Koalition beschlossen. Es gilt als Erfolgsgeschichte und hat Millionen Menschen ein Studium ermöglicht, die es sich sonst nicht hätten leisten können. Mit generell höheren Summen durch eine Reform können Studenten eher nicht rechnen. „Nur auf pauschale Erhöhungsrunden zu setzen, greift da zu kurz“, sagte Wanka. „Und die finanziellen Möglichkeiten sind nicht in allen Ländern gleich.“

Die letzte Bafög-Erhöhung gab es in Deutschland im Jahr 2010. Damals erhielten die Bafög-Empfänger im Durchschnitt 13 Euro mehr im Monat als zuvor. Im Zuge der Erhöhung war 2010 auch schon einmal eine Heraufsetzung der Altersgrenze von zuvor 30 auf nun 35 Jahre beschlossen worden.

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Mit ihrer Einschätzung, dass eine Erweiterung der Bafög-Empfängergruppe nötig ist, ist Johanna Wanka einer Meinung mit dem Deutschen Studentenwerk. Dessen Präsident Dieter Timmermann hatte bereits im vergangenen Jahr ein erweitertes Erwachsenen-Bafög gefordert. „Wenn die Menschen bis 67 arbeiten, in einer Zeit, in der sich die Arbeitsbedingungen und -inhalte wahrscheinlich noch viel rasanter verändern, als das heute der Fall ist, dann müssen sie auch im Alter noch weiterlernen. Und das auch an den Hochschulen.“

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Quelle: FAZ.net/Reuters
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