FAZ plus ArtikelNachbarschaft im Wandel

Bilder der Erinnerung

Von Christa Rosenberger
27.05.2021
, 12:57
Zuerst fiel die Hecke, dann der  Baum und am Ende das Gebäude selbst. Aber die Lücke auf dem Grundstück klaffte nur kurz: Schon ein Jahr später steht an selber Stelle ein neues Haus.
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Viele Jahrzehnte schaute unsere Autorin auf das Haus gegenüber. Zuerst war es schick, dann in die Jahre gekommen und eines Tages nicht mehr da. Die Geschichte eines Hauses.
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An einem Wintertag vor einem Jahr, als Regentropfen vermischt mit Schneeflocken durch die Luft wirbelten, war der Kran da. Die Baggerzähne hatten sich tief in die Hecke gefressen, die wie ein grünes Bollwerk das alte Haus umschlungen hielt. Die langhaarige Katzenschönheit aus der Nachbarschaft, die viele Jahre auf dem Mauervorsprung neben dem Tor ihren Platz an der Sonne behauptet hatte, war längst gestorben und die zwei Ringeltauben, denen die Hecke Heimat und Zuflucht geboten hatte, waren davongeflogen, als der mächtige Baum im Vorgarten dran glauben musste.

Seine Zweige und Äste waren mit den Jahren so gewachsen, dass sie die Sicht auf das alte Haus versperrt hatten. Nun hörte man die Motorsägen heulen und das Holz splittern und es war, als ob der Baum ächzte und sich wehren wollte.

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Quelle: F.A.S.
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