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Das Prinzip „Stadt“ am Wendepunkt

EIN KOMMENTAR Von Birgit Ochs
05.09.2020
, 09:32
Das Bild der Großstadt als Ort, an den es alle Welt drängt, hat Risse bekommen. Erledigt ist das urbane Wohnen damit aber nicht.

Wenn Immobilieninvestoren, Makler und Projektentwickler die Stadt als Sehnsuchtsort preisen, in Werbebroschüren, Baustellenbannern und Magazinen einen urbanen Lebensstil beschwören, klingt das stark nach Klischee, aber nicht grundsätzlich falsch. Jetzt ist das anders. Das Bild der Großstadt als Ort, an den es alle Welt drängt, hat Risse bekommen. Daran ist nicht Corona Schuld, aber die Covid-19-Pandemie hat vergrößert und sichtbar gemacht, dass der Sog der Großstadt nicht mehr so groß ist und die Fliehkräfte zunehmen.

Ehe es Missverständnisse gibt, wir rufen hier nicht das Ende der Verstädterung aus. Der globale Trend wachsender Metropolen ist nicht abgesagt, und auch in den im internationalen Vergleich eher kleinen deutschen Großstädten stehen die Zeichen keineswegs auf dramatischen Bevölkerungsschwund. Allerdings hatte schon im Jahr 2016 das Institut der Deutschen Wirtschaft (DIW) die Wanderungssalden der sieben größten deutsche Städte analysiert und darauf hingewiesen, dass mehr Inländer die Stadt verlassen als zuziehen. Dieser Trend hat sich laut DIW (Daten liegen bis zum Jahr 2018 vor) fortgesetzt. Zudem ist auch der Zuzug ausländischer Bewohner seit einigen Jahren insgesamt rückläufig.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Ochs-Koffka, Birgit
Birgit Ochs
Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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