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Schrottimmobilie in Neukirchen-Vluyn: Seit Jahren hoffen Anwohner, dass sich jemand der Ruine annimmt.
Schrottimmobilie in Neukirchen-Vluyn: Seit Jahren hoffen Anwohner, dass sich jemand der Ruine annimmt.

Kaputte Verhältnisse

Von JONAS JANSEN, BIRGIT OCHS, CHRISTINE SCHARRENBROCH und
STEFAN FINGER (Video und Foto)
Schrottimmobilie in Neukirchen-Vluyn: Seit Jahren hoffen Anwohner, dass sich jemand der Ruine annimmt.

23. Februar 2020 · Hochhausruinen, überbelegte Altbauwohnungen, verwahrloste Siedlungen: In Deutschland gibt es zigtausend Problemimmobilien, besonders viele in Nordrhein-Westfalen. Dort nennt man viele Ursachen und immer wieder den Namen eines Unternehmens.

Nicht das Wasser! Bloß das nicht. Anfang des Monats war die Aufregung unter den Bewohnern der Siedlung Tönsholt bei Dorsten groß. Im Briefkasten hatte eine Warnung gelegen. Mal wieder. Sie sehe sich veranlasst, das Wasser abzustellen, schrieb die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft. Mehrfach habe man den Grundstückseigentümer gemahnt, die Rechnung zu begleichen. Sollte der Vertragspartner nicht doch noch zahlen, bleibe nur, den Hahn abzudrehen. Die Mieter kennen das. Schon im vergangenen Jahr hatte die Wasserwerksgesellschaft angekündigt, die Versorgung in einem der Häuser einzustellen, weil das Immobilienunternehmen das Geld zunächst schuldig geblieben war.


„Ratten knabbern uns die Wärmedämmung raus, Wohnungen stehen leer, in einer hat ein Messi gewohnt, die ist immer noch nicht entrümpelt und stinkt.“
Sabine Bartel*, langjährige Mieterin

Es sind nicht nur die hin und wieder ins Haus flatternden Androhungen, womöglich ohne Strom und Wasser zu wohnen, die das Mieterleben in der Siedlung schwermachen. Tönsholt, eine Ansammlung von Wohnblöcken ohne Straßennamen und mit etwa 200 Einwohnern, hat noch mehr Probleme. Einzelne Gebäude wie die frühere Gaststätte verfallen. „Ratten knabbern uns die Wärmedämmung raus, Wohnungen stehen leer, in einer hat ein Messi gewohnt, die ist immer noch nicht entrümpelt und stinkt“, zählt Sabine Bartel* die Missstände auf. Seit mehr als fünfzig Jahren lebt sie in der Häusergruppe, sie ist hier aufgewachsen. Im vergangenen Frühjahr sei über Wochen ein Teil der Beleuchtung ausgefallen, ergänzt ihr Mann Thomas. „Auch da hat der Verwalter die Zahlung verschleppt.“ Worüber sie sich aber so richtig ärgern, sind die fehlenden Vordächer. Vor anderthalb Jahren habe man die alten abgerissen und einfach auf ein Grundstück in der Siedlung geschmissen. „Eine Frechheit ist das, darüber regen sich hier alle auf“, schimpft die Dorstenerin. Oft schon habe sie sich beim Verwalter erkundigt, aber nie eine genaue Auskunft bekommen. „Die wissen selbst nicht, was los ist, und wirken überfordert.“

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Günter Broschk weist mit seinen Handzetteln auf den Schandfleck in seiner Nachbarschaft hin. Video: Stefan Finger

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20.02.2020
Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

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