Viel Ausblick, wenig Einblick

Von JUDITH LEMBKE, Fotos RAINER WOHLFAHRT

31.05.2019 · Wer im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter baut, scheut Ex­pe­ri­men­te? Kei­nes­wegs, be­weist ein Nürn­ber­ger Ehe­paar mit sei­nem un­ge­wöhn­li­chen Haus.

B lick­be­zie­hun­gen sind ein Ge­ben und Neh­men. Wer wei­te Aus­bli­cke will, muss oft auch tie­fe Ein­bli­cke ge­wäh­ren. Aber Re­gi­na und Wolf­gang Sor­ge woll­ten sich auf die­sen üb­li­chen Han­del nicht ein­las­sen: Ihr neu­es Zu­hau­se soll­te so licht und of­fen wie mög­lich sein und ih­nen da­bei doch viel Pri­vat­sphä­re ga­ran­tie­ren. Des­we­gen ver­steckt sich das Glas auch an Stel­len im Ge­bäu­de, an de­nen man es zu­nächst nicht ver­mu­tet – im Her­zen des Neu­baus zum Bei­spiel. Dort sorgt ein ver­glas­ter In­nen­hof für Küh­le im Som­mer und im Win­ter da­für, dass Schnee so­zu­sa­gen ins Wohn­zim­mer fällt. Dann be­de­cken wei­ße Hau­ben die Äs­te des Bau­mes, der dort lang­sam aus dem Dach em­por wächst.

Die­se un­ge­wöhn­li­che Si­tua­ti­on im In­ne­ren passt zur be­son­de­ren Bau­ge­schich­te des Ehe­paa­res. Da­bei hat­ten die Sor­ges bis vor ein paar Jah­ren ei­ne ganz klas­si­sche Haus­bio­gra­phie: Mit der wach­sen­den Fa­mi­lie zo­gen sie an den Stadt­rand in ein Haus mit vie­len Zim­mern und gro­ßem Gar­ten. Doch als die bei­den Mäd­chen das Zu­hau­se ver­lie­ßen, wa­ren die Räu­me leer und die We­ge weit. Die Sor­ges ver­kauf­ten die al­te Vil­la und zo­gen in ei­ne Woh­nung in der Nürn­ber­ger In­nen­stadt, mit Re­stau­rants und Ge­schäf­ten in di­rek­ter Nach­bar­schaft und ei­nem Auf­zug vor der Woh­nungs­tür.

Von Fenstern durchbrochen: das Haus wirkt wie ein in vier Teile zerlegter Kubus.
Das Esszimmer soll Platz für die ganze Familie bieten.

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31.05.2019
Quelle: F.A.S.