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Kein Bau trotz Genehmigung

Stau im Wohnungsbau

EIN KOMMENTAR Von Michael Psotta
Aktualisiert am 05.12.2019
 - 09:31
Zwei Kräne stehen vor einer Baustelle für Wohnhäuser in Hamburg. (Archivbild)
Nicht die angeblich überforderten Baubehörden, sondern der Mangel an Arbeitern ist schuld, dass derzeit nicht genug gebaut wird. Ganz aus dem Schneider sind die Behörden aber trotzdem nicht.

An den oft kritisierten, angeblich überforderten Baubehörden liegt das jedenfalls nicht: Rund 700.000 Wohnungen warten darauf, gebaut zu werden – genehmigt sind sie längst. Dieser sogenannte Genehmigungsüberhang wächst beständig, seit 2008 hat er sich mehr als verdoppelt. Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, warten damit Aufträge im Wert von gut 9 Milliarden Euro auf ihre Bearbeitung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Stau kräftig weiterwächst, ist nicht gering. Denn die Bauunternehmen sind mehr als ausgelastet. Viele Wohnungseigentümer, die anbauen, umbauen oder auch nur sanieren wollen, spüren das: Handwerker und Baugesellschaften zu finden, die zügig Aufträge annehmen und ausführen, ist derzeit sehr schwierig. Das liegt daran, dass die Nachfrage nach ihren Leistungen im Zuge eines gut zehnjährigen Aufschwungs am Bau erheblich gewachsen ist und das Angebot nicht entsprechend zugenommen hat. So haben sich die Auftragsbestände im Wohnungsbau seit dem Jahre 2008 verdreifacht, während die Zahl der dort Beschäftigten nur um ein Viertel zugenommen hat.

Dass die Unternehmen am Bau nicht stärker einstellen, mag auch am Fachkräftemangel liegen. Es könnte aber auch damit zu tun haben, dass die Baubranche nach dem Abriss des durch die Wiedervereinigung bedingten Aufschwungs schwer auf die Nase gefallen ist. Von den damaligen Beschäftigungsrekorden mit mehr als 700.000 Mitarbeitern ist die Bauwirtschaft heute mit weniger als 500.000 Arbeitskräften trotz des langjährigen Booms weit entfernt.

Das Ziel der Bundesregierung – der Bau von 1,5 Millionen Wohnungen in der aktuellen Legislaturperiode – ist also unrealistisch. Eine sechsstellige Zahl an Wohnungen wird fehlen. Das liegt vor allem an den zu kleinen Baukapazitäten, aber auch am viel zu geringen und langwierigen Ausweis neuen Baugeländes – ganz aus dem Schneider sind die Genehmigungsbehörden also nicht. Die Entwicklung zeigt aber auch, dass der derzeit vielstimmige Ruf nach höheren Investitionen zumindest teilweise verhallen muss, jedenfalls am Bau. Das Frankfurter Stadtplanungsamt hat es einmal so formuliert: Fördermittel aus Berlin sind immer willkommen, aber mehr Geld können wir derzeit einfach nicht in die Baustellen stecken.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Psotta, Michael
Michael Psotta
Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.
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