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Was taugt Öko-Beton wirklich?

Von Jörg Niendorf
10.08.2022
, 15:18
Haus mit Botschaft: Carbonbeton spart Material.
Beton ist überall. Für das Klima wird das immer mehr zum Problem. Deshalb entwickeln Forscher Öko-Beton. Doch wie sinnvoll ist er in der Praxis?
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Ohne Beton läuft auf der Baustelle nichts, kein anderes Material wird so häufig verwendet. Und doch stellt der Baustoff par excellence für die Umwelt zunehmend ein Problem dar: Denn die für den Beton nötige Zementproduktion ist besonders CO2-intensiv und deshalb als Klimakiller verschrien. Zudem wird Sand – auch eine unabdingbare Zutat – immer kostbarer. Letztlich ist die Frage, wie lange die Betonbauwerke halten und wie sie sich später entsorgen lassen, auch das zählt zur Ökobilanz. Weltweit forschen Wissenschaftler daher am Klimabeton, an Innovationen, die allesamt zwei Ziele verfolgen: erstens insgesamt weniger Beton einsetzen zu müssen. Und zweitens ihn mit weniger Zement beziehungsweise anderen Bindemitteln herzustellen. Aus dem grauen soll so ein grüner Baustoff werden. Auch in der Praxis kommt der Ökobeton langsam an, wie drei Beispiele zeigen.

Das Schicksal von Beton sieht meistens so aus: Wird ein Haus abgerissen, schreddert man den Bauschutt gleich vor Ort und verwendet ihn noch feiner gemahlen im Straßenbau wieder. Schweizer Forscher haben nun aber in Bergen von Betongranulat eine Rezeptur für eine viel bessere Nutzung entdeckt. Da das gebrochene Rückbaumaterial chemisch betrachtet höchst reaktiv ist, können sie darin CO2, das sie aus der Atmosphäre gewinnen, binden – dieses neue Granulat verwenden sie als Kies­ersatz für Frischbeton. Solch ein Beton ist nicht nur recycelt, sondern baut durch CO2-Speicherung Klimalasten sogar ab. Ein Unternehmen in Bern hat Anlagen für dieses Verfahren entwickelt, die sich in Betonwerken einsetzen lassen. Und zum ersten Mal kommt das aufbereitete Material in Deutschland zum Einsatz, nämlich in den Geschossdecken eines neuen Mehrfamilienhauses in Berlin. „Unser Recyclingbeton ist Primärbeton ebenbürtig“, verspricht Johannes Tiefenthaler, einer der beiden Gründer der Neustark AG aus dem schweizerischen Bern.

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Quelle: F.A.S.
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