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Energieberater finden

Verloren im Expertendschungel

Von Henrik Rampe
Aktualisiert am 03.03.2020
 - 15:35
Den Wärmebrücken mit der Thermokamera auf der Spur.
Zehntausende Energieberater bieten ihre Dienste an. Als Bauherr kann man da schon einmal leicht den Überblick verlieren. Doch wie findet man den passenden Berater?

Es ist kein gutes Zeichen, wenn selbst Branchenkenner von einem „Beraterdschungel“ sprechen. Bei den Energieberatern ist das der Fall. Rund 30.000 gibt es in Deutschland, auch weil die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist. Niedrige Energie- und Heizkosten haben dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren immer weniger Häuser energetisch saniert wurden. Die Zahl der Berater ist aber konstant geblieben. Da sich grundsätzlich jeder „Energieberater“ nennen darf, schwankt die Qualität der Angebote stark. Denn nicht nur Produktkenntnis zählt, sondern vor allem auch ein Verständnis für die Bedürfnisse der Auftraggeber: „Viele Bauherren kommen mit tollen Hochglanz-Prospekten. Da werden Miniblockheizkraftwerke angepriesen, die sich für einen Hotelbetrieb eignen, aber für einen Zwei-Personen-Haushalt ungeeignet sind. Aufgabe der Energieberater ist es dann, Orientierung zu bieten und passende Lösungen zu finden“, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Welche energetische Ertüchtigung die richtige ist, will gut überlegt sein: Allein für die Wärmedämmung eines neuen Einfamilienhauses fallen schnell Kosten in der Größenordnung eines Neuwagens der Oberklasse an.

Der finanzielle Aufwand einer Energieberatung hängt vor allem von der Größe der Immobilie und den vereinbarten Leistungen ab. Wer einen Experten zu einer ersten Beratung vor Ort in sein Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmeter Wohnfläche einlädt, muss mit Kosten von rund 600 Euro rechnen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bezuschusst allerdings die Beratung. Für Ein- und Zweifamilienhäuser werden maximal 1300 Euro, für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten maximal 1700 Euro gewährt. Die Zuschüsse sind allerdings an Bedingungen geknüpft und stehen nur ausgewiesenen Fachleuten zu.

Nicht nur im Bestand, auch bei Neubauten ist der Rat von Spezialisten gefragt. Rund 90 Prozent der privaten Neubauten werden mittlerweile schlüsselfertig an den Eigentümer übergeben. Auch hier bieten Energieberater ihre Leistung an und überwachen, dass energieeffizient und nachhaltig im Sinne der späteren Eigentümer gebaut wird.

Ein guter Berater muss ein Allrounder sein

Doch wie findet man unter der Vielzahl der Anbieter den passenden? Um seriös einschätzen zu können, an welchen Ecken des Hauses energetische Einsparpotenziale schlummern, braucht es Fachwissen. Architekten, Ingenieure und Handwerksmeister bringen Expertisen aus ihren jeweiligen Berufszweigen mit. Um alle Facetten der Energieberatung abzudecken, sind allerdings Allrounder gefragt. „Beim Thema Energie hängen die Fachbereiche eng miteinander zusammen. Ist der Keller Wohnraum oder ungeheizter Abstellraum? Verschatten heranwachsende Bäume die Fläche für Solarpanels auf dem Dach? Wer seriös arbeitet, macht sich ein genaues Bild von den Rahmenbedingungen vor Ort“, erläutert Verbandsfrau Reinhold-Postina.

Um ganzheitlich beraten zu können, sind Zusatzqualifikationen notwendig. Die Deutsche Energieagentur (Dena) macht regelmäßige Weiterbildungen zu einer Grundvoraussetzung, um auf ihrer Liste als Experte für Energieeffizienz genannt zu werden. Die Branche entwickle sich stetig weiter, sagt Christian Stolte, Bereichsleiter für energieeffiziente Gebäude bei der Dena, deshalb seien regelmäßige Schulungen Pflicht. „In Themengebieten wie erneuerbare Energien, energetisches Bilanzieren und Ordnungsrecht fordern wir fundiertes Fachwissen.“ Darüber hinaus lasse die Agentur sich Referenzen von realisierten Projekten vorzeigen.

Wer über die Dena-Liste nach einem Energieberater sucht, bekommt in der Online-Suchmaske 10.847 Treffer angezeigt. Allein im Großraum Frankfurt sind mehr als 500 Berater gelistet. Seit 2014 gibt es die Übersicht, mit der die Energieagentur die Suche nach dem passenden Fachmann erleichtern und zugleich einheitliche Qualitätsstandards sicherstellen will. Voraussetzung für einen Platz auf der „Energieeffizienz-Expertenliste“, wie die Dena sie nennt, ist eine Grundqualifikation als Handwerker, Architekt oder Ingenieur sowie eine einmalige Weiterbildung von 120 bis 240 Stunden, mit abschließender Prüfung.

KfW knüpft Zuschüsse an Bedingung

Fördermittel aus dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an die Bedingung geknüpft, dass gelistete Energieberater das Gebäude vor Ort begutachtet haben. Auch die Zuschüsse der Bafa erhalten Bauherren nur, wenn der Berater auf der Dena-Liste steht.

Für Südwestdeutschland versucht die Initiative „Zukunft Altbau“, Orientierung zu bieten. Dazu hat sie in einer Online-Karte die Adressen und Schwerpunkte von 240 Beratern zusammengetragen, die die Anforderungen der Energieagentur sowie ihre eigenen Qualitätsstandards erfüllen. Dena-Mitarbeiter Stolte räumt ein, dass es auch außerhalb der hauseigenen Expertenliste kompetente Fachleute gibt. „Die Liste ist nur eine Art Prüfsiegel, das seriöse Arbeit bestätigt und die Branche nicht in gut und böse sortiert“.

Ein seriöser Fachmann versucht zum Beispiel nicht, die Übergänge zwischen Beratungs- und Verkaufsgespräch fließend zu gestalten – und die Empfehlung zur zentralen Lüftungsanlage gleich an das passende Modell zu koppeln. Stattdessen stelle ein guter Berater komplett unvoreingenommen einen individuelle Sanierungsfahrplan auf, sagt Thomas Weber, Bauingenieur und Leiter des VPB-Regionalbüros Fulda: „Die Beratung sollte immer am Wohnobjekt und dem finanziellem Spielraum des Bauherren orientiert sein.“ Wärmepumpen mit Erdwärmesonden, die 80 Meter tief im Vorgarten vergraben werden, stellten nicht für jeden Kunden die beste Lösung dar. Ob eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sich langfristig auszahle, hänge von vielen Faktoren ab. Die Herausforderung bestehe darin, auch für ein kleines Budget und bei schwierigen baulichen Voraussetzungen, die optimale Lösung zu finden. www.energie-effizienz-experten.de www.zukunftaltbau.de

Quelle: F.A.S.
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