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Preisgekrönte Werke

Was einen guten Garten ausmacht

Von Ina Sperl
 - 14:25
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An den Gegebenheiten lässt sich nur selten etwas ändern. Häuser, die so dicht stehen, dass sie aufdringlich wirken, ein steiles Gefälle, unansehnliche Ausblicke. Dann wiederum gibt es See- oder Bergpanorama oder stilvolle Villen in der Nachbarschaft. All das wirkt sich auf einen Garten aus. Doch selbst wenn die Gegebenheiten optimal sind, heißt es nicht, dass auch der Garten stimmig ist. Mal wird in überkommenen Strukturen verharrt, mal sind Planer am Werk, die zwar die moderne Formensprache beherrschen, denen es jedoch nicht gelingt, dem Garten eine Seele zu geben. Es fehlt nicht an perfektem Design, an edlen Materialien und ausgewählten Gehölze, und doch will sich kein Glücksgefühl einstellen.

Was macht also einen wirklich guten Garten aus? 50 Beispiele hat der Callwey-Verlag in einem Buch zusammengetragen – das Ergebnis des Wettbewerbs „Gärten des Jahres“. Bei dem Preisträger-Garten, gestaltet von Koch + Koch Gartenarchitekten im Raum Nürnberg, zeigt sich, wie wichtig Zeit ist. Hier wurde nichts überstürzt, der Designer begleitet die Entwicklung des Gartens über viele Jahre. So verwandelte sich ein in den 1950er Jahren gestaltetes Grundstück in etwas Neues, ohne seinen Charakter zu verlieren. Behutsam wurde ausgelichtet, handverlesene Gehölze kamen hinzu sowie ein Hain von Zieräpfeln, der schon alleine ausreichen würde, um das Gärtnerherz höher schlagen zu lassen.

Planer ans Werk lassen

Wenn verhältnismäßig wenig Platz vorhanden ist für die vielen Wünsche einer fünfköpfigen Familie, ist es gut, erfahrene Planer ans Werk zu lassen. Nur so kann es gelingen, auf knapp 700 Quadratmetern sowohl einen Pool mit Badehaus, eine Rasenfläche, großzügige Beete und diverse Sitzmöglichkeiten unterzubringen. Bei ihrem Garten im hessischen Dreieich hat Nina Fischer-Brockes von Rudolph Garten- und Landschaftsbau tatsächlich „ein Plätzchen für alle“ geschaffen.

Manchmal ist auch weniger mehr. Etwa bei einem Bauernhaus im Münsterland. Eine gewisse Nüchternheit lässt sich der Region nicht absprechen, und so wäre hier ein überbordender Garten mit pompösen Gewächsen völlig fehl am Platz. Behutsam ist Michael Daldrup, Gärtner von Eden, vorgegangen, hat dem Gebäude einen dezenten Rahmen heimischer Gehölze gegeben, die es mit der Landschaft verbinden. Romantische Rosen und einen klassischen Bauerngarten darf es natürlich trotzdem geben.

Manche Gärten müssen sich anpassen

Wenn die Lage des Hauses spektakulär ist, muss inszeniert werden! Architekt und Gartengestalter Stephan Maria Lang hat dies am Starnberger See meisterlich umgesetzt mit einem Haus im Stil der Kalifornischen Moderne. Große Fenster öffnen sich zum See, und auch der Pool scheint direkt in die Landschaft überzugehen. Doch was ist mit dem Garten? Er nimmt sich zurück. Weiß blühender Zierlauch überzieht im Frühjahr den Hang, bis Gräser übernehmen. Charakter verleihen dem Garten eine uralte Eiche und zwei Ahornbäume, die behutsam aufgeastet wurden.

Eine Villa verpflichtet. Wie vorgehen, wenn das Haus unter Denkmalschutz steht, über den Garten aber kaum etwas bekannt ist? Martin Straßen und Astrid Born-Straßen von BSS Garten- und Landschaftsarchitekten haben alte Fotos und Luftaufnahmen ausgewertet, um einen stimmigen Garten an der Hamburger Villa zu schaffen. Entstanden sind Blickachsen, ein Senk- und ein Rosengarten. Gegliedert wird der herrschaftliche Park durch Eiben-Formschnittgehölze.

Wenn die Menschen, die an einem Ort leben, selbst leidenschaftliche Gärtner sind, kann nur etwas Stimmiges entstehen: Der Ommertalhof im Bergischen Land ist ein Biotop mit 2000 Arten und Sorten. Mehr als 20 Jahre haben Frank Schroeder und Nicole Frank das abschüssige Gelände mit Natursteinmauern gestaltet. Der Schwerpunkt liegt auf Gewächsen, die Nutzen für die Tierwelt haben, aber sich auch durch eine lange Blütezeit auszeichnen. Ein Paradies für Pflanzenliebhaber ist entstanden.

Die Fotos stammen aus dem Buch „Gärten des Jahres“ von Constanze Neubauer und Ferdinand Graf Luckner, geb., 264 S., Callwey Verlag München, Februar 2018.

Quelle: F.A.S.
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