FAZ plus ArtikelInvasive Arten

Wenn Eindringlinge heimisch werden

Von Ina Sperl
27.09.2021
, 16:07
Gefährliche Gewächse: Das Drüsige Springkraut nimmt ganze Bachtäler in Besitz.
Invasive Arten haben sich bei uns einen Platz in der Natur erobert. Breiten sie sich unkontrolliert aus, können sie heimische Pflanzen verdrängen und ganze Ökosysteme zerstören.
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Frisches grünes Laub, rot gesprenkelte Stängel. Kleine weiße Blüten, aus denen sich geflügelte Samen entwickeln, die der Wind weit mit sich trägt. Eine ansehnliche Pflanze ist Fallopia japonica, der Japanische Staudenknöterich. Das Gewächs stammt aus Asien und ist so attraktiv, dass der Botaniker Philipp Franz Balthasar von Siebold es vor knapp 200 Jahren von seinen Japanreisen mitbrachte. Dicht wächst Fallopia, so dicht, dass an ihrem Platz oft nichts anderes mehr gedeiht. Hoch werden die Stängel – so imposant, dass ihre Schönheit kaum noch gesehen, vielmehr ihre Kraft gefürchtet wird. Fallopia drängt sich auf Lichtungen zwischen wilde Brombeeren, säumt Uferwege, Straßenränder und Autobahnen, breitet sich vor allem durch Ausläufer aus, die mitten in der Stadt aus Ritzen im Bürgersteig auftauchen.

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Der Japanische Staudenknöterich ist ein Neophyt. Eine jener sogenannten gebietsfremden Arten, die im Gegensatz zu einheimischen oder indigenen erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gelangten. Denen es aber hier so gut geht, dass sie sich einen Platz in der freien Natur erobern konnten, wie der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), der Götterbaum (Ailanthus altissima) oder das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera).

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Quelle: F.A.S.
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