FAZ plus ArtikelImmobilienlust und Frust

Mit dem Hauskauf kommt die Beziehungskrise

Von Stefanie von Wietersheim
21.08.2020
, 10:59
Bei vielen Ehe- und Lebenspartnern führt der Versuch, die Liebe in Beton zu gießen, zum emotionalen Ausnahmezustand. In dem auf den ersten Blick rationalen Thema steckt viel Zündstoff.

Die romantischen Stunden sind super, der Humor auch. Sie beide lieben Siamkatzen und DDR-Design, sie haben sich gerade ein Zwillingspaar E-Bikes gekauft und sind Paten des ersten Kindes von Studienfreunden geworden.

Das Leben der beiden Berliner Juristen Hannah und Florian, die eigentlich anders heißen, könnte so schön sein. Wenn da nicht dieses Thema wäre, das die beiden so belastet wie andere Paare die ungewollte Kinderlosigkeit. „Lass uns gemeinsam eine Wohnung kaufen!“, hatte Hannah das erste Mal vor einem halben Jahr vorgeschlagen. Denn beide verdienen nun, mit Anfang 30, ganz ordentlich, die Zinsen sind bei klassischen Geldanlagen vollkommen uninteressant und der Aktienmarkt eher unsicher. Für ihre Miete gehen monatlich 1600 Euro drauf. Doch bei den beiden unschuldigen kleinen Wörtern: „Wohnung kaufen“ zuckte Florian fast unsichtbar zusammen. „Eine gemeinsame Wohnung kaufen? „Bloß nicht! Ist doch superpraktisch, so wie es ist!“ Thema beendet.

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Quelle: F.A.S.
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