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FAZ plus ArtikelUnbezahlbare Immobilienpreise

Die große Leere

Von Nadine Oberhuber
 - 11:38

Stadtgeographen haben einen Traum, aber einen schlechten. Darin kommen Neubaukomplexe mitten in der City vor, die sich mit ihrer modernen Optik gekonnt in die alten Häuserzeilen einfügen – doch nur tagsüber. Abends, wenn es dunkel wird, sieht man nichts als ein großes schwarzes Loch. Hinter vielen Fenstern in den schicken Fassaden brennt kein Licht, denn dort wird nicht gelebt. Viele der Wohnungen bleiben die meiste Zeit des Jahres unbewohnt – ein Albtraum für Planer, Stadtverwaltung und Architekten. So stellen sie es sich gerade nicht vor, wenn sie davon sprechen, neue Wohnquartiere für neue Stadtbürger zu schaffen. Tatsächlich aber sind solch unbewohnte oder teilbewohnte Neubauten längst keine Seltenheit mehr.

Man findet sie in Hamburgs Hafencity ebenso wie in Berlins Innenstadt oder in Münchens Maxvorstadt. Gerade in den teueren In-Vierteln der Metropolen sind immer mehr innerstädtische Wohnungen an vielen Tagen der Woche vor allem eines: leer. „Der Trend ist augenscheinlich, aufgrund der steigenden Immobilienpreise in A-Lagen gibt es zunehmend unbelebte Innenstadtviertel“, sagt Steffen Braun, Direktor des Geschäftsfelds Stadtsysteme beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Weil die betuchten Bewohner, die sich den Platz in der City noch leisten können, hier gar nicht dauerhaft leben. Man muss nur auf die Seiten der Immobilienvermarkter schauen, um zu wissen, für welche Zielgruppe hier gebaut wird. Die bewerben „Singlewohnungen als idealen Zweitwohnsitz“, „Luxus-Lofts für eine internationale Klientel“ oder „Stadtwohnungen für Opernliebhaber“, die am Wochenende zum Theaterbesuch einschweben und dann wieder in ihre Häuser im Grünen entschwinden, weil es ihnen in der Stadt auf Dauer doch zu laut ist. Für diesen Luxus zahlen sie 10.000 oder sogar 15.000 Euro je Quadratmeter. Oder bis zu 40 Euro Miete pro Quadratmeter.

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Quelle: F.A.S.
Nadine Oberhuber
Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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