FAZ plus ArtikelDer neue Drang aufs Land

Landhaus für heiße Zeiten

Von Stefanie von Wietersheim
22.07.2020
, 18:28
Lange galt das Refugium auf dem Land als Ort für Nostalgiker oder Öko-Fundis. Nun sorgt nicht nur Corona für seine Renaissance. Woher kommt der Drang aufs Land?

Ist ein Landhaus in Zeiten des Klimawandels eine kluge Investition in die körperliche und geistige Gesundheit? Schließlich ist dort anders als in der Stadt selbst im größten Hitzesommer die Tropennacht eine Ausnahme. Womöglich ist der Kauf eines Landhauses aber eher eine Dummheit, weil Job und Infrastruktur weit weg sind und der Landhausbewohner mit Autofahrten aus der deutschen Walachei und zurück die Luft verpestet.

Tatsache ist, dass fast die Hälfte der in Städten lebenden Deutschen vom Landleben träumt, wenn man der aus dem Jahr 2018 stammenden Umfrage „Die große Deutschland-Studie“ des ZDF glaubt. Bei den meisten bleibt es jedoch beim Traum. Hierzulande leben 77 Prozent der Menschen in Städten und nur 15 Prozent in Dörfern mit weniger als 5000 Einwohnern. Wenn Provinz, wird eher in eine Datsche bei Berlin, eine Wanderhütte im Bayerischen Wald oder in ein Seehaus in Mecklenburg investiert. Damit geht man auch bei gesunder Naivität ein überschaubares Risiko ein, solange es sich bei dem Kauf um ein kleines Zweithaus handelt. Menschen, die aber ihr ganzes Leben von der Stadt aufs Land umtopfen, stehen vor einer existentiellen Entscheidung, die im Glück oder in überraschenden Dramen enden kann, wie sie die Autorin Juli Zeh in ihrem Brandenburg-Buch „Unterleuten“ schildert.

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Quelle: F.A.S.
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