Warmes Heim

Teure Nebenkosten

EIN KOMMENTAR Von Jan Hauser
17.05.2022
, 12:19
Warme Wohnung: Heizen wird teurer.
Höhere Energieausgaben treffen oft ärmere Haushalte. Je teurer das wird, umso mehr wächst der Handlungsdruck – und beeinflusst den Immobilienwert.
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Leicht lässt sich übersehen, welche zusätzlichen Kosten für die eigenen vier Wänden tatsächlich zu zahlen sind. Doch zwischen einem kalten und einem warmen Heim wächst eine Kluft, die mit steigenden Energiepreisen viel mehr in den Blick rücken muss. Durch die nachgelagerten Abrechnungen für Strom und Erdgas wird sich der Preissprung erst nach und nach zeigen – und oft ärmere Haushalte treffen.

Nach einer neuen Erhebung aus dem Kopernikus-Projekt Ariadne zahlten im vergangenen Jahr Menschen mit einem Nettoeinkommen von unter 1700 Euro im Monat 22 Euro je Qua­dratmeter im Hochhaus für das Heizen und Warmwasser im Jahr – doppelt so viel wie hohe Einkommen im Einfamilienhaus. Das dürfte neben der Wohnungsgröße mit daran liegen, wie alt und schlecht gedämmt das Haus ist. Investitionen versprechen die laufenden Ausgaben zu senken, aber kosten eben erst mal.

Die Politik muss sich fragen, wie gut die staatliche Förderkulisse ärmere Haushalte überhaupt erreichen kann, während der Gebäudesektor weiter die Klimaziele verfehlt. Je teurer die Nebenkosten werden, umso mehr wächst der Handlungsdruck. Über kurz oder lang lässt sich kaum mehr übersehen, wie sehr der Energieverbrauch eines Gebäudes auf den Wert der Immobilie einzahlt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hauser, Jan
Jan Hauser
Redakteur in der Wirtschaft.
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