Materialmangel

Not am Bau

EIN KOMMENTAR Von Jan Hauser
02.06.2021
, 08:43
Auf manchen Baustellen wird Holz rar.
Holz, Stahl, Dämmstoffe: Deutschlands Baustellen hängen in der Luft. Die Not am Bau lässt sich rasch kaum lindern.

Die Arbeit auf Deutschlands Baustellen gerät ins Schlingern und damit droht auch der Wohnungsbau auf der Strecke zu bleiben. Durch die Corona-Pandemie ist die Bauwirtschaft bislang noch gut gekommen, doch jetzt spürt die Branche eine neue Mangelwirtschaft. Zum gut gefüllten Auftragsbuch vieler Handwerker gesellt sich nun, dass auch Holz, Stahl und Dämmstoffe schwer zu bekommen sind. Bleibt der Nachschub aus, verzögern sich Bauprojekte. Steigen die Materialpreise, werden Neubauten teurer.

Die Not am Bau lässt sich rasch kaum lindern, aber lehrreich ist sie. Für den Holzbedarf sollten sich Politiker überlegen, ob das Verfeuern von Holz nicht nur aus umweltpolitischen Gründen überholt ist. Holzöfen, besonders jene, die nicht zum Heizen nötig sind, verringern kaum den beklagten Holzmangel.

Auch sieht jeder jetzt, wie Deutschlands Baustellen von internationalen Warenströmen ab­hängen und wie fragil Lieferketten sein können. Daher sollten Bundesregierung und Bundestag einmal nachdenken, wie sehr das geplante Lieferkettengesetz mit neuen Bedingungen für Zulieferer auch den Bau einschränkt und Materialnot erzeugt. Mancher wird sich noch die Mangelwirtschaft zu Beginn der Pandemie zurückwünschen, als bloß Toilettenpapier im Supermarktregal fehlte.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hauser, Jan
Jan Hauser
Redakteur in der Wirtschaft.
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