Was für ein Ding!

Vom Zufall geformt

Von Forian Siebeck
Aktualisiert am 13.01.2021
 - 12:00
Immer in anderer Gestalt: Die Vasen-Kollektion „Shifting Shape“
Hier gleicht keine Vase der anderen, denn der schwedische Designer Jonatan Nilsson mag das Unvorhersehbare. Sein Entwurf zeigt, wie schön Kontrollverlust sein kann. Die Kolumne „Was für ein Ding!“.

Nach all den eher unerfreulichen Zahlen der letzten Wochen hier mal eine (im wahrsten Wortsinne) schöne Meldung aus Schweden: Der Designer Jonatan Nilsson hat eine Reihe von Vasen vorgestellt, deren Farben und Formen so aberwitzig sind, dass man sie zunächst für Entwürfe aus dem 3D-Drucker halten könnte. Sind es aber nicht. Sie wurden in einer Form aus Holz gefertigt. „Traditionell können solche Formen zum Glasblasen Hunderte Male verwendet werden, aber das Ergebnis sieht dann immer gleich aus“, erklärt Nilsson.

Weil die Herstellung neuer Formen sehr zeitaufwendig und teuer ist, entwarf er während eines zweiwöchigen Artist-in-Residence-Aufenthalts in einer Glasfabrik von Småland kurzerhand eine Vorrichtung aus Blech, innerhalb derer er Holzformen verschieben und befestigen konnte, so dass das Ergebnis variiert. „Es ist nun ziemlich schwer vorherzusagen, wie eine Vase ausfallen wird, aber ich mag das Unvorhersehbare“, sagt der Designer. „Mir gefällt, dass der Zufall eine gewisse Rolle spielt.“ Auch die Farben variieren von tiefen Violett- und leuchtenden Gelb- bis hin zu subtileren Orange- und Rosatönen.

Nilssons Kollektion „Shifting Shape“ besteht aus 20 Vasen, die 25 bis 40 Zentimeter hoch sind und nur die gewellte Textur ihrer Vorder- und Rückseiten gemein haben. Die wirkt zwar wie der Abdruck einer natürlichen Holzmaserung, entsteht aber durch das Zusammentreffen von heißem Glas und kaltem Blech.

Quelle: F.A.S.
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